Die leichteste Sportbrille der Welt: Out of Piuma Test

Out Of wirbt offensiv mit dem Prädikat der leichtesten Sportbrille der Welt in ihrer Kategorie. Der Out of Piuma Test muss zeigen, ob dieses extrem geringe Gewicht zu Lasten der Qualität und Komfort geht.

Gewichtsrekorde im Segment High Performance Eyewear

Die Reduzierung von Ballast am Kopf gehört im ambitionierten Outdoorsport zu den primären Zielen der Produktentwicklung. Mit dem Modell Piuma versucht der italienische Hersteller Out Of, eine neue Benchmark im Bereich der rahmenlosen beziehungsweise teilrahmenlosen Radbrillen zu setzen. Out Of wirbt offensiv mit dem Prädikat der leichtesten Sportbrille der Welt in ihrer Kategorie.

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Konstruktion und reales Gewicht

Die Diskrepanz zwischen herstellerseitigen Katalogangaben und der Realität auf der Waage ist im Rad- und Laufsport bekannt. Out Of beziffert das Gewicht der Piuma in den technischen Daten mit 16,1 Gramm. Unsere Feinwaage zeigte ein reales Gewicht von 17,6 Gramm. Diese Abweichung von einem Gramm liegt im üblichen Rahmen von produktionstechnischen Toleranzen bei der Carboninjektion und dem Beschichtungsprozess der Gläser. Trotz dieser minimalen Differenz bleibt das Modell die leichteste Sportbrille, die wir jemals im Test hatten.

out of piuma test

Erreicht wird dieses Ergebnis durch den gezielten Einsatz eines spezifischen Werkstoffs für den minimalistischen oberen Rahmensteg und die Bügel. Hier kommt Grilamid zum Einsatz, das mit unterschiedlichen Anteilen von Kohlefasern angereichert wurde. Durch diese selektive Carbon-Infusion variiert die Materialdichte je nach Belastungszone. Die Bügel sind elastisch genug, um sich der Kopfform anzupassen, während der zentrale Träger eine hohe Verwerfungssteifigkeit aufweist. Das spart Volumen und bricht die klassischen Gewichtsgrenzen traditioneller Polyamidrahmen auf.

Tragegefühl und Sichtfeld

Das extrem niedrige Gewicht bestimmt maßgeblich das Tragegefühl im Out of Piuma Test. Nach wenigen Minuten ist die Brille auf der Nase und an den Ohren kaum noch wahrnehmbar. Weil die Brille in drei Größen angeboten wird, gibt es für jedes Gesicht eine richtig passende Form. Der Verzicht auf einen vollständigen Unterrahmen sorgt zudem für ein uneingeschränktes Sichtfeld, was besonders beim Blick nach unten auf den Radcomputer und nach hinten positiv auffällt.

Man könnte denken, die extreme Leichtbauweise bringt auch spezifische Nachteile mit sich. Im direkten Vergleich zu schweren Modellen bleibt die Out Of Piuma auf Pflastersteinen, genauso fest auf ihrem Platz, wie schwerere Modelle.

Die Bügelenden setzen auf schlankes Grilamid ohne Rundung hinter dem Ohr, was Gewicht spart. Für sehr schnelles Trailrunning oder wirklich extrem rauen Schotterpassagen mit dem Gravelbike hat das aber Grenzen. Hier ist ein Bügelende wie bei der Brille von Alba Delta notwendig, was aber eben wieder ein paar Gramm mehr auf der Waage bedeutet. Das verbaute Modulare Nasenpad-System (MNS), bestehend aus zwei flexiblen Gummibögen und ermöglicht eine Anpassung an die Breite des Nasenrückens.

Sportarten und Aerodynamik

Die Piuma wurde für Sportarten konzipiert, bei denen Aerodynamik und minimales Gewicht im Vordergrund stehen. Beim Out of Piuma Test waren wir Rad fahren, wandern und laufen.

Straßenradsport und Gravel

Hier liegt das primäre Einsatzgebiet. Die Nylon-Panoramascheibe deckt das Auge großflächig ab und schützt effektiv vor Fahrtwind und Insekten. Durch die flachen, geraden Bügel lässt sich die Brille in fast alle Radhelme einstecken.

Hiking, Trekking und alpine Outdoor-Aktivitäten

Für alpines Trekking oder Speed-Hiking ist die Brille geeignet, für den reinen Skisport oder extreme Hochtouren fehlt ihr jedoch der seitliche Blendschutz sowie eine Zertifizierung für die Filterkategorie 4.

Trailrunning und Marathon

Das geringe Gewicht und die gute Form des Bügels verhindern verrutschten der Brille bei Stoßbelastung während des Laufens. Wegen der drei Größen sitzt die Brille auch bei Läufer mit sehr schmalen Gesichtern sucher.

Lieferumfang und qualitative Haptik

Der Lieferumfang ist funktional gehalten und verzichtet auf unnötiges Zubehör, was dem Marenimage des Herstellers entspricht. Geliefert wird die Out of Piuma in einer stabilen Kartonbox. Im Inneren befindet sich ein passgenaues Hardcase für den sicheren Transport im Reisegepäck sowie ein Beutel aus Mikrofaser, der gleichzeitig als Reinigungstuch dient.

Zudem liegen Nasenpads bei, um die Passform auf dem Nasenrücken zu justieren. Ein alternatives klares Wechselglas für reine Nachtfahrten ist im Paket nicht enthalten. Die Haptik der Brille wirkt aufgrund des extrem dünnen Materials im ersten Moment filigran, die Flexibilität des carbonverstärkten Grilamids verhindert jedoch ein schnelles Brechen bei normaler Nutzung.

Modellvarianten und die Gläser

Das Herzstück der Brille sind die Nylon-Panoramascheiben, die in unterschiedlichen technologischen Ausführungen angeboten werden. Die hauseigene Glastechnologie „The One“ gib es photochromatisch und mit Polarisationsfilter. Der schränkt oft die Ablesbarkeit von digitalen Tachodisplays oder Smartphone-Bildschirmen ein.

Out Of sagt, die Ausrichtung der Filter sei so optimiert, dass gängige Radcomputer lesbar bleiben, während störende Reflexionen von nassen Asphaltflächen oder Wasseroberflächen eliminiert werden. In der Realität trifft das zu, Handydisplays die näher als die übliche Entfernung zum Radcomputer gehalten werden, schimmern ein wenig, vergleichbar, als hätte man kurz zuvor in die Sonne geschaut.

Die Tönung der photocromatischen Gläser reagiert dynamisch auf die Intensität der UV-Strahlung. Die Transformation deckt die Filterkategorien S0 bis S3 ab. Das bedeutet, dass das Glas bei Bewölkung oder Fahrten durch dichte Waldabschnitte ausreichend Licht durchlässt, Kategorie S2, und sich bei direkter, intensiver Sonneneinstrahlung selbstständig soweit abdunkelt, dass bis zu 92 Prozent des Lichts absorbiert werden, Kategorie S3. Die Reaktionszeit für das Eindunkeln liegt im Sekundenbereich, das Aufhellen beim Einfahren in schattige Zonen dauert konstruktionsbedingt etwas länger.

Neben den selbsttönenden Varianten sind fünf getönte Gläser im Katalog, die preislich nur unwesentlich günstiger angesiedelt sind. Die Bezeichnungen der Farben sind Nero, Gelo und Loto, welche sich neben der Basistönung auch in der farblichen Verspiegelung unterscheiden.

Vergleich Out of mit Oakley und POC

Wo Ouf of steht, wird im Vergleich mit Oakley und POC klar. Der Vergleich zeigt, dass Out of wirklich die leichteste Brille anbietet. Die Oakley EVZero Blades verzichtet komplett auf einen Oberrahmen und ist dennoch über 4 Gramm schwerer als die Piuma mit Teilrahmen.

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ModellMaterial RahmenReales GewichtBesonderheitenPreis (UVP)
Out of PiumaGrilamid Carbon17,4 g3 Größen, Photochrom179,00 EUR
Out of PiumaGrilamid Carbon16,1 g3 Größen189,00 EUR
Oakley EVZero BladesO-Matter 22,0 g (Quelle road.cc)1 Größe188,00 EUR
Oakley EVZero BladesO-Matter22,0 g (Quelle road.cc)1 Größe270,00 EUR
POC DevourGrilamid43,0 g13 Farben, Wechselgläser250,00 EUR
Julbo Faster Reactivkeine Angabe23,0 g3 Größen, Photochrom214,90 EUR
Angaben der Hersteller

Preise, Farbvarianten und wo kaufen

Die Out of Piuma bewegt sich im gehobenen Preissegment für funktionale Sport-Eyewear. Die unverbindliche Preisempfehlung für die Modelle mit den hochentwickelten „The One“ Gläsern liegt bei 180 bis 190 Euro. Das Farbspektrum der Gläser ist relativ neutral, um eine Abstimmung auf Helm und Teambekleidung zu ermöglichen.

Der Vertrieb der Brille erfolgt primär über den offiziellen Online-Shop des Herstellers Out Of (Link) sowie über Online-Händler des Radsports und Laufsports. Auch ausgewählte stationäre Premium-Optiker und Radsporthändler führen das Modell, was insbesondere aufgrund der anpassbaren RX-Clip-In-Option für Brillenträger relevant ist.

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