Kaum eine Marke ist unter Radfahrern so bekannt wie Sigma. Sie liefern schon seit Jahrzenten Fahrradzubehör mit dem Prädikat Made in Germany. Jetzt möchte Sigma mit dem Reco 80 bei den Radarlichtern mitmischen. Die Konkurrenz ist hart und die Dominanz von Garmin hält sich seit Jahren. Kann Sigmas Reco 80 dem etwas entgegensetzen? Wir haben es herausgefunden.
Inhalt
Sigma Reco 80 Link Unboxing
Das Reco 80 kommt in einer unprätentiösen, aber schön gestalteten Pappbox, die der Größe des Produkts in ihren Dimensionen angemessen ist. Allein das vermittelt schon etwas über die Marke: du hältst hier ein Produkt in den Händen, das nicht versucht, dich mit einer superfancy Verpackung zu blenden. Kleine Hinweise auf der Front klären mich über die Features des Produkts auf: über 15 h durchhaltevermögen, Bremslichtfunktion und eine Radarreichweite von 140 Meter.

In der Packung finde ich das Radarrücklicht sowie die Halterung für die Sattelstrebe, die aus drei Teilen besteht: ein fester Teil mit der Garmin-style Steckverbidung für das Radarlicht, einem Fixiergummi und zwei verschiedene Formen für die Sattelstrebe: eine für runde Streben und eine für Aerostreben. Außerdem liegt eine Erklärung mit Sicherheitshinweisen und die bebilderte Bedienungsanleitung in 15 Sprachen bei. Die Bedienungsanleitung ist sehr gut gemacht und passt in eine Spalte.

Alle Teile passen schön ineinander und das Licht ist damit schnell und werkzeuglos am Rad montiert. Auf der Rückseite des Radarlichts befindet sich der Powerbutton und die USB-C Ladebuchse. An der Seite der Pairing- und Akkustandsindikator.

Inbetriebnahme
Hier zeigt sich die erste Stärke des Sigma Reco 80 Link Radarlichts: Die Bedienung ist genauso einfach wie angenehm. Ein Doppelklick schaltet es ein. Es leuchtet rot über drei LEDs mit guter seitlicher Sichtbarkeit. Ein weiterer Klick auf den Powerbutton schaltet das Rücklicht aus (nur Radar Funktion). Immer aktiv bleibt die mittlere, 4. LED: das sehr starke Brems- und Warnlicht. Ein weiterer Tastendruck schaltet das Rücklicht wieder ein. Ein Longpress schaltet den Reco 80 Link aus. Sehr einfach und intuitiv. Punkt für Sigma.

Ebenso leicht ist das Pairing mit meinem Radcomputer. Ist der Sigma Reco 80 an, muss ich den Radcomputer einfach in den Suchmodus schalten und er findet den Radar sofort. Das geht übrigens wie bei anderen Herstellern mit mehreren Radcomputern gleichzeitig. Der Reco 80 Link kann seine Radarfunktion also mir mehreren Radfahrern teilen, sofern sie nah genug am Gerät sind. Und ist das Pairing einmal durchgeführt, erkennt mein Radcomputer das Radar sofort, sowie ich es einschalte.

Im Menü meines Wahoo Roam 3 Radcomputers habe ich mehrere Einstellmöglichkeiten – Alarm an oder aus, ob die Autoanzeige links oder rechts angezeigt werden soll.

Mein Wahoo Raom 3 warnt mich außerdem, wenn der Akkustand des Sigma Reco 80 niedrig wird.

Sigma Reco 80 Link in der Praxis
Das Radar.
Falls es dir nicht bekannt sein sollte: die Radarfunktion scannt den Bereich hinter dem Fahrrad nach sich nähernden Autos ab. Ob man sowas braucht?, kann man einwerfen. Kostet auch ein paar Taler, 180 EUR im Fall des Sigma Reco 80. Aber diese Annäherungswarnung ist einfach super gut für die Sicherheit. Wir Rennradfahrer bewegen uns viel auf Landstraßen zusammen mit den Autos. Beim Ortsschildsprint, beim Wechsel der Führung oder Windkante-Fahren schaut man nicht jedes mal zwangsläufig nach hinten. Und mit dem Fahrtwind in den Ohren bemerkt man überholende Autos erst sehr spät, manchmal gar nicht, bis sie an einem vorbeiziehen.
Genau hier kommt der Radar ins Spiel, der einen vor annähernden Autos mit akustischen Signalen warnt und sie auf dem Display des Computers anzeigt.

Die Warnfunktion des Sigma Reco 80 ist super verlässlich. Um ehrlich zu sein, gewöhnt man sich sehr rasch daran, dass einem die Autos angezeigt werden. So ist man darauf gefasst und erschreckt sich nicht. Bei mir hat es kaum 2-3 Fahrten gedauert, bis mir klar wurde, dass ich ohne so ein Radar nicht mehr fahren möchte.
Es gibt jedoch Ausnahmen in der Autoanzeige: fährt der PKW im selben Tempo und mit gleichbleibenden Abstand hinter mir her oder verlangsamt sein Tempo weil er z.B. abbiegen möchte, wird er ausgeblendet. Ein gleichmäßig hinterfahrendes Fahrzeug wird erst wieder angezeigt, wenn es für einen Überholvorgang beschleunigt. Das kann ein wenig irritierend sein.
Aufholdene Radfahrer werden ebenfalls sehr gut angezeigt, obwohl es hier in selteneren Einzelfällen nicht klappt. Andere Radfahrer sind ähnlich wie Mottoräder und sollten also auch angezeigt werden. Auf etwas schmaleren Radwegen ist das hilfreich und in einem Radrennen kann esdurchaus gut zu wissen sein, würde ich als Ausreiser von einer Verfolgertruppe eingeholt.
Das Radar funktioniert sogar dann, wenn ich an einer Allee entlangfahre und die Baumreihe zwischen meinem Radweg und der Autostraße stehen. Die Verlässlichkeit der Fahrzeug-Anzeige hat Sigma mit dem Reco 80 also richtig gut hinbekommen.
Das Licht
Die drei dauerleuchtenden LEDs bieten eine gute Rundumsichtbarkeit der Rücklampe. Mittig ist noch die sehr helle Brems- und Warn-LED verbaut. Bei der deutschen Version, die Reco 80, die STvZO-konform ist, gibt es keine Blinklichtfunktion des Rücklichts. Die Reco 81 Link hat verschiedene Blinkmodi, ist aber nicht für den deutschen Markt bestimmt. Macht aber nichts, denn das Brems- und Warnlicht ist extrem hell und nicht zu übersehen.

Die Akkulaufzeit
Das ist ein weiter Pluspunkt der Reco 80 Link. Im Rücklichtmodus hält sie 15 h durch, im Nur-Radar-Modus bis zu 30 h nach Herstellerangabe. Das ist schon enorm und reicht damit für ein 24-h-Rennen oder extrem lange Brevets.
Handhabung
Die Reco 80 Link hat kein ungewöhnliches Gehäuse- oder Lampen-Design. Muss auch nicht, denn hier kommt es auf die Funktionalität an. Und was das angeht liefert sie ab. Durch den USB-C-Ladeanschluss lädt sie extrem schnell auf. 3 h laut Herstellerangabe, aber in der Praxis geht das wesentlich schneller.
Sie ist natürlich wasserdicht (IP67) und das Gehäuse ist verschraubt. Dadurch ließe sich theoretisch der Akku tauschen, was herstellerseitig jedoch nicht empfohlen wird. Aber die Option zu haben finde ich persönlich gut, anstatt das Gerät wegschmeißen zu müssen, wenn der Akku seine Lebenserwartung überschritten hat.

Übrigens: „Link“
Das „Link“ im Namen der Reco 80 steht für ihre Funktion, sich mit anderen Lichtern aus dem Hause Sigma verbinden zu können. So ließe sie sich mit einem Frontscheinwerfer koppeln oder auch mit der Sigma-eigenen App, wodurch die Funktionalität des Radars noch ausbaufähig wird, z.B durch automatische Aktivierung des Frontscheinwerfers.
Die Halterung
Hier kann man geteilter Meinung sein. Der Riemen und die Adapterstücke machen die Befestigung sehr flexibel und das Licht wechselt in Sekunden vom einen zum anderen Fahrrad. Aber besonders aero oder augenfreundlich ist sie indes nicht. Hier könnte man sich eventuell auf dem Aftermarkt umschauen – für den Gamrin Varia gibt es extrem viele Anbieter und die sollten auch für Sigmas Reco 80 Link passen.

Vergleich zu anderen Radarlichtern
| Wahoo Trackr Radar | Lezyne Radar | Garmin Varia RTL516 | Garmin Varia RearVue 820 | Sigma Reco 80 Link | |
| StvZO konform | nein | ja | ja | ja | ja |
| Reichweite Radar in m | 150 | 150 | 140 | 175 | 140 |
| Messwinkel Radar in ° | 35 | 150 | 40-50 | 60 | 60 |
| Bremslichtfunktion | ja | nein | nein | ja | ja |
| Ladebuchse | USB-C | USB-C | Micro USB | USB-C | USB-C |
| Akkulaufzeit in h (mit Licht/ nur Radar) | 20/- | 9/- | 9/- | 16/30 | 15/30 |
| Gewicht in g | – | – | 71 | 87 | 63 |
| Gewicht mit Halterung in g | 99 | 113 | 106 | – | 99 |
| Preis EUR (UVP) | 200 | 170 | 200 | 300 | 180 |
Im Vergleich wird deutlich, dass der Sigma Reco 80 Link klar punktet: er hat dieselbe Akkupower wie das neue Garmin 820, eine Bremslichtfunktion, USB-C-Ladebuchse, ist das leichteste Gerät im Test und zudem mit das Günstigste.
Erfahrung: Made in Germany punktet!
Der Reco 80 Link ist wie so vieles in Germany designed, made ist er jedoch in China. Aber das System, das man mit diesem Radarlicht bekommt ist typisch deutsch durchdacht und das Produkt hat die entsprechende Wertigkeit. Das Radarlicht von Sigma überzeugt also mit Details wie die gute Bedienbarkeit, die lange Akkulaufzeit und dem verschraubten Gehäuse und einem verlässlich funktionierendem Radar. Im Grunde liefert es also auch das ab, was das Garmin Varia 516 bietet, überwindet aber dessen Schwächen: die zu geringe Akkulaufzeit und eine Micro-USB-Ladebuchse.
Garmin hat just ein Update seines Evergreens rausgebracht – das Varia 820. Aber bei der Preisgestaltung ist mir der Sigma Reco 80 lieber, Garmin ruft einen etwas sehr 2026er-Preis auf. Daher mein Tipp: greif zum Reco 80 Link und spar ein paar Euros. Du wirst nicht enttäuscht sein.
Link zum Hersteller: Sigma














