Cyclite hat sich als Spezialist für ultraleichten Gepäcktransport am Fahrrad etabliert. Mit der Cyclite Hydration Vest /01 erweitert die Marke ihr Portfolio nun um eine Trinkweste, die sich gezielt an Wettkämpfer, Ultra-Distanz-Fahrer und Langstrecken-Enthusiasten richtet. Der Anspruch: maximale Funktion bei minimalem Gewicht.
Inhalt
Tragesystem und Ergonomie
Die HYDRATION VEST /01 sitzt eng am Körper, trägt sich luftig und fällt selbst mit gefüllter Trinkblase kaum auf. Angeboten wird sie in den Größen S/M und M/L, jeweils mit 4,5 beziehungsweise 5,0 Litern Volumen sowie optional mit 2-Liter-Bladder. Positiv: Durch die differenzierte Größenwahl bleibt der Zugriff auf die Trikottaschen erhalten.





Das in Höhe und Weite verstellbare Brustgurtsystem ermöglicht eine präzise Anpassung und funktioniert im Alltag zuverlässig. Weniger überzeugend ist die Umsetzung der Verschluss der mit drei kleinen Hacken gelöst wurde: Sie wirken etwas fummelig, was bei kalten, nassen Fingern oder mit Handschuhen ein Herausforderung werden kann. Für Touren ist das verschmerzbar, im Renneinsatz kostet diese Lösung jedoch wertvolle Einfachheit. Ein vertrauteres Verschlusssystem, wie man es von den Cyclite-Rucksäcken kennt, wäre hier die konsequentere Wahl gewesen.
Organisation und Stauraum-Management
Nicht nur beim Gewicht, auch bei der Ausstattung zeigt sich die Weste erstaunlich durchdacht. Das Hauptfach mit großem Reißverschluss nimmt neben dem 2-Liter-Bladder auch eine Regenjacke oder Windweste auf. Darüber sitzt eine weitere Reißverschlusstasche für zusätzliche Kleidung wie Beinlinge oder ein Ersatztrikot. Kleine Ausrüstungsgegenstände sind sinnvoll verteilt: Armlinge und Handschuhe verschwinden in der Tasche am unteren linken Schultergurt, während rechts Platz für Schlüssel, Geld und Smartphone ist. Offene Fronttaschen halten Riegel, Gels oder Banane jederzeit griffbereit. Das Stauraumkonzept wirkt nicht nur umfangreich, sondern vor allem praxistauglich.



Der Trinkschlauch wird per Magnet am rechten Schultergurt fixiert. Das funktioniert intuitiv und erleichtert die Flüssigkeitsaufnahme während der Fahrt spürbar. Reflektierende Elemente auf der Rückseite sowie eine Aufnahme für ein Rücklicht runden den funktionalen Gesamteindruck sinnvoll ab.
Trinkblase (Bladder)
Optional bietet Cyclite erstmals eine eigene 2-Liter-Trinkblase für die HYDRATION VEST /01 an. Die große Öffnung erleichtert Befüllung und Reinigung, der Schlauch ist per Kupplung angebunden, und das verriegelbare Beißventil schützt zuverlässig vor unbeabsichtigtem Auslaufen. Eine Schutzkappe hält das Mundstück sauber. Besonders gelungen ist der integrierte Mittelsteg: Er verteilt die Flüssigkeit gleichmäßiger, hält die Blase in Form und reduziert das typische Schwappen spürbar. Dadurch bleibt der Bladder auch befüllt vergleichsweise flach und trägt weniger auf als viele Konkurrenzmodelle.



Datenblatt
| Größe S/M | Größe M/L | |
|---|---|---|
| Volumen | 4,5 Liter | 5,0 Liter |
| Gewicht | 156 Gramm | 176 Gramm |
| Trinkblase | 2 Liter | 2 Liter |
| Für Köpergröße | 150 – 180 cm | 170 – 200 cm |
| UVP ohne Tinkblase/Set | 129,90 Euro / 174,80 Euro | 129,90 Euro / 174,80 Euro |
Meinung und Erfahrung mit der Cyclite Hydration Vest
Die HYDRATION VEST /01 zählt zu den Produkten, die Vorbehalte schon nach den ersten Minuten relativieren. Trinkwesten und leichte Bike-Rucksäcke wirkten auf mich bislang meist wie ein Kompromiss: praktisch, aber selten wirklich angenehm. Cyclite gelingt hier ein anderer Ansatz. Bereits beim ersten Kontakt auf der Cycling World vermittelte die Weste einen auffallend leichten, hochwertigen Eindruck – deutlich näher an Performance-Bekleidung als an einen klassischem Rucksack und ich wollte wissen wie sich die Weste in der Praxis schlägt.
Dieser Eindruck bestätigte sich im Praxiseinsatz schnell. Auf dem Rad trägt sich die Weste eher wie eine Kleidungsstück als wie ein Rucksack. Genau das macht ihren Reiz aus: Sie integriert Stauraum, Leichtigkeit und Funktionalität . Das durchdachte Taschenlayout unterstützt diesen Eindruck zusätzlich, weil wichtige Utensilien schnell erreichbar bleiben und der Zugriff erstaunlich intuitiv funktioniert.

Auch in einem oft unterschätzten Punkt sammelt die Weste Pluspunkte: bei der Pflege. Gerade ein weißen Weste muss sich im Regen und Matsch messen lassen. Umso relevanter ist, dass sich das Material selbst nach schmutzigen Ausfahrten mit warmem Wasser und einer weichen Bürste unkompliziert reinigen ließ. Das klingt nebensächlich, ist im Dauereinsatz aber ein echter Praxisvorteil.
Ganz ohne Einschränkung bleibt der positive Gesamteindruck jedoch nicht. Der einzige echte Schwachpunkt ist das verstellbare Brustgurtsystem. Zwar bietet es einen guten Anpassungsbereich, das Hakenkonzept wirkt für den schnellen Renneinsatz jedoch unnötig fummelig. Vor allem dann, wenn die Weste unterwegs zügig ausgezogen werden muss – etwa zum Nachfüllen oder beim Griff zur Regenjacke – fehlt es an Einfachheit.
Unterm Strich hat mich die HYDRATION VEST /01 so deutlich überzeugt, dass sie bereits einen festen Platz auf meiner Packliste für die nächste Ausgabe des GranGuanche hat. Spätestens dort wird sie zeigen müssen, ob der sehr starke Ersteindruck auch unter echten Ultra-Rennen-Bedingungen Bestand hat – das Potenzial dafür bringt sie zweifellos mit.
Weiter Infos zur Weste unter www.cyclite.com

