Giant verspricht mit der H2PRO Serie wasserdichte Taschen, die für ihr jeweiliges Einsatzgebiet überzeugende Performance bieten sollen. Das schlägt sich auch im Preis nieder. Wir haben getestet, ob die Taschen ihr Versprechen halten.
Inhalt
Welche Passt zu mir?

Die beiden Taschen haben nur ihren Montageort gemeinsam: unterm Sattel. Ansonsten haben sie recht unterschiedliche Einsatzgebiete. Die Giant H2Pro Saddlebag M ist mit viel Stauraum für´s Bikepacking prädestiniert, während die Small Seat Bag für die Rennradtour die Essentials mitnimmt. Anbringung, Achtung Klettverschlüsse, die scheuern werden.
Giant H2PRO Saddle Bag M

Die 10 liter fassende Satteltasche ist eine klassische Bikepackingtasche: Vollgepackt ragt sie ein gutes Stück hinter der Sattel hervor und nimmt so einges auf: einen kleinen Schlafsack, Wechselklamotten, die Kulturtasche, ein Handtuch etc. Sie ist als Harnischsystem ausgeführt, d.h. das eigentiche Befestigungssystem bleibt am Rad, während die Packtasche davon ablösbar ist.

Die Packtasche kann bei Ankunft am Reiseort schnell entnommen werden, ohne das gesamte Befestigungssystem lösen zu müssen, was bei einem plötzilchen Schlechtwettereinbruch praktisch ist. Allerdings erfordert der Rollverschluss der Packtasche eine spezielle Handhabung mit dem am Rad befestigten Harnisch (die eine Seite des Klipps sitzt an der Packtasche, während der andere Seite am Harnisch sitzt), was das Einrollen und Komprimieren der Tasche erschwert, trotz des vorhandenen Luftstutzens zum Entlüften.

Ansonsten ist die Befestigung gut durchdacht. Vor allem an der Sattelstütze sitzt sie sehr stramm. Es sei jedoch dazugesagt, dass durch die zwei breiten Riemen ein nicht ganz unerheblicher Auszug der Sattelstütze Voraussetzung ist. Kleinere Personen oder Räder mit Geomerien, die keinen langen Sattelauszug möglich machen, werden es schwer haben.
Wie die meisten Taschen dieser Art, kämpft auch die Giant Saddel Bag M mit Wedeln, vor allem wenn die Tasche vollgepackt ist und man am Berg für den Wiegetritt aus dem Sattel geht. Die Länge dieser Taschen und die Befestigung an Sattelstütze und Sattel macht ein Hin- und Herschwingen unausweichlich. Wer das verhindern möchte, muss auf leichte Gepäckträgersysteme wie das von Tailfin ausweichen.

Mir persönlich gefällt der Schnellspannriemen auf der Oberseite: hier lassen sich unterwegs mal eben eine zu warm gewordene Jacke, Handschuhe oder anderes verstauen, ohne dass man dafür die Tasche aufmachen muss.
Die Tasche kostet offiziell 99,90 EUR, der baugleiche große Bruder mit 17 Liter Fassungsvermögen 109,90 EUR. Zum Zeitpunkt dieses Artikels liegt der Online-Preis für die gestete M-Größe bei ca. 70 EUR.
Giant H2PRO Small Seat Bag

Die kleine Satteltasche in unserem Test ist für Rennradfahrten gedacht. Mit 0,5 Liter Fassungsvermögen nimmt sie Dinge auf wie einen Erstatzschlauch (für’s Rennrad), ein Minitool, eine elektrische Pumpe und ein sehr kleines Schloss. Ausgerollt wirkt sie größer, aber um Wasserdichtigkeit zu erlangen, muss das offene Ende ein paar Mal umgeschlagen werden, was ihre Länge ca. auf die Hälfte verkürzt. Durch den Klettverschluss ist man sogar gezwungen, sie mehrmals aufzurollen, sonst bekommt man den Klett nicht zu.

Die Tasche wirkt insgesamt sehr verlässlich. Ich habe sie einige Zeit unterm Wasserstrahl gehalten und sie zeigte keinen Wassereinbruch. Das ebenfalls mit Klett zu verschließende Anbringungssystem an den Rails der Sattels funktioniert einwandfrei und ist nicht besonders fummelig, wie bei manchen Pendants. Allerdings frage ich mich, wie sicher gerade der Klettverschluss an der Taschenöffnung wirklich ist. Klett lässt mit der Zeit nach und kann auch bei Nässe einiges an Klettkraft einbüßen.

Ich fuhr mit der Satteltasche eine Woche lang über Mallorca, ohne dass sie mir aufging, allerdings hatte ich dabei auch kein Regen.
Der Preis liegt bei 35,90 EUR, online für ca. 25 EUR zu haben.
Wasserdichtigkeit
Beide Giant H2PRO Taschen sind wasserdicht. Die Nächte sind innen verklebt und die eingerollten Öffnungen sind en Garant, dass lange durch Regenwetter gefahren werden kann, ohne dass Wasser eindringt. Aber wie bei anderen Herstellern auch, kommt es darauf an, wie häufig die Öffnung gerollt wurde. Bei der kleinen Small Seat Bag ist man gezwungen, den Veschluss ein paar mal zu rollen, sonst bekommt man sie nicht zu. Die größere Saddle Bag M hat da mehr Spielraum, aber wenn man sie nicht mehrmals einrollt, lassen sich die Aufnahmen für Licht etc. nicht vernünftig nutzen.

Fazit
Die H2PRO Serie von Giant ist hochwertig. Wasserdichtigkeit ist ein wichtiges Kriterium bei Radreisen und daher eher für die größere Saddel Bag relevant. Beide Taschen haben durchdachte Details. Gerade im hart umkämpften Markt der Bikepackingtaschen ist die Konkurrenz groß.

Von der Saddle Bag M wird man nicht enttäucht sein, wenn man auf der Suche nach einer verlässlichen, nicht allzu teuren mittelgroßen Tasche ist. Als kleine Werkzeugtasche für die Rennradtour ist die Small Seat Bag ebenfalls nicht schlecht, allerdings weiß ich nicht, ob ich mich dauerhaft auf den kleinen Klettverschluss verlassen würde. Da wäre mir wahrscheinlich ein Reißverschluss lieber gewesen, auch wenn die Wasserdichtigkeit damit nicht gegeben ist.
Die gesamt H2PRO Serie gibt es auf der Seite von Giant.
Welche Tasche bevorzugst du am Rennrad bzw. Gravelbike. Lass es uns gerne in einem Kommentar wissen.


















