Minimalismus ist im Radsport längst mehr als ein Trend. Gerade bei langen Ausfahrten, Radmarathons oder schnellen Bikepacking-Abenteuern zählt jedes Gramm. Ob sinnvoll oder nicht, Gewicht Optimierungen lassen sich nun mal viel leichter überprüfen als zum Beispiel Verbesserungen der Aerodynamik. Wir haben uns die drei Nano-Taschen genauer angesehen.
Inhalt
Minimalismus mit System
Wer will schon unnötig Gewicht durch die Gegend fahren. Genau hier setzt die neu Cyclite Nano Serie an. Mit der Handle Bar Bag Nano, der Top Tube Bag Nano und der Saddle Bag Nano hat der deutsche Hersteller drei Taschen am Start, die besonders leicht und klein sind.
Die Idee ist clever: möglichst kleine Bags für die Ausfahrten, bei denen die Trikottaschen nicht reichen, man aber auch keine überdimensionierten Bikepacking Taschen benötigt. Kompakte Taschen für Werkzeug, Verpflegung, Ersatzkleidung oder Elektronik. Für Radmarathon, Gravel Orbit oder die Rides, bei denen man mehr Kleidung benötigt.
Schon auf den ersten Blick wird klar: Die Nano-Serie hat die typischen Cyclite-Gene. Die Taschen wirken extrem clean, sind technisch ausgereift und aerodynamisch. Große Logos oder verspielte Details sucht man vergeblich. Stattdessen stehen Funktionalität, Gewicht und Integration ins Bike im Vordergrund.
Alle drei Taschen teilen sich diese Grundprinzipien:
- ultraleichte Konstruktion
- wasserfestes Material
- reflektierende Elemente
- aerodynamische Formgebung
- magnetischer Schnellbefestigungsmechanismus
Neu ist dabei das Befestigungssystem. Während viele Bikepacking-Taschen mit Klettbändern montiert werden, hat Cyclite ein modulares Schnellwechselsystem für die Nano Reihe entwickelt.
Montage in 1, 2, 3
Der Nano Universal Mount wird einfach mit O-Ringen oder Schrauben am Fahrrad befestigt. Anschließend wird die Tasche vorne eingehakt und rastet über einen Magnetmechanismus sicher ein.
Zum Abnehmen genügt ein Zug an der Lasche: Tasche hinten anheben, nach vorne schieben und man hält die Tasche schon in der Hand.

In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut. Die Taschen sitzen relativ fest und klapperfrei, lassen sich aber innerhalb weniger Sekunden entfernen. Gerade wer die Taschen regelmäßig mit ins Café, Hotel oder Büro mitnimmt, profitiert von der neuen Befestigung.
Mit mehreren Universal Mounts lassen sich die Taschen außerdem blitzschnell zwischen verschiedenen Bikes wechseln. Dieser modulare Ansatz ist neu und hebt die Nano-Serie aktuell von vielen Konkurrenzprodukten ab.
Handle Bar Bag Nano / 01
Die Handle Bar Bag Nano ist die kompakte Schwester der großen Aero Bag von Cyclite. Sie sitzt direkt unter dem Lenker und integriert sich besonders elegant in moderne Aero-Cockpits.

Technische Daten
- Preis: 99,90 €
- Volumen: 1,3 Liter
- Gewicht Herstellerangabe: 98 g
- Gemessenes Gewicht: 84 g
- Nano Universal Mount: 15 g
- Universal Mount mit Computer Mount Adapter: 29 g
Die Tasche bietet erstaunlich viel Platz für ihre Größe. Eine leichte Windjacke, Armlinge, Handschuhe oder größere Mengen Verpflegung verschwinden problemlos in ihr. Gerade bei langen Gravelrides oder langen Distanzen ist zusätzlicher Stauraum vorne am Bike Gold wert.
Die Montage erfolgt entweder direkt unter kompatiblen Aero-Lenkern mit Gewindebohrungen oder über einen Computer Mount Adapter unter der Radcomputer-Halterung. Für klassische runde Lenker bietet Cyclite zusätzlich den Nano Handlebar Mount als Zubehör an.
Im Einsatz
Besonders positiv fällt die aerodynamische Positionierung auf. Die Tasche sitzt sehr nah am Cockpit und erzeugt kaum zusätzliche Stirnfläche. Wer auf Speed Wert legt, wird diesen Ansatz schätzen.

Der wasserdichte Reißverschluss schützt den Inhalt zuverlässig vor Regen und Spritzwasser. Allerdings hat die Konstruktion auch einen kleinen Nachteil: Während der Fahrt lässt sich die Tasche nur umständlich öffnen. Um an den Inhalt zu kommen, hält man am besten kurz an. Hier merkt man deutlich, dass Aerodynamik und Wetterschutz beim Design Vorrang vor maximaler Zugänglichkeit hatten.
Etwas schade ist außerdem das Fehlen kleiner Außentaschen. Gerade für Verpackungsmüll, Gels oder Kleinteile wären zusätzliche Mesh-Fächer praktisch gewesen. Bei der größeren Aero Bag finde ich diese äußerst praktisch.
Trotzdem überzeugt die Tasche im Gesamteindruck vor allem durch ihre cleane Integration und das extrem geringe Gewicht.
Top Tube Bag Nano / 01
Die Top Tube Bag Nano ist im Prinzip eine kleine und leichte Oberrohrtasche, die aufs Wesentliche reduziert ist.

Technische Daten
- Preis: 79,90 €
- Volumen: 0,6 Liter
- Gewicht Herstellerangabe: 68 g
- Gemessenes Gewicht: 54 g
- Nano Universal Mount: 15 g
Mit 0,6 Litern fällt das Volumen eher kompakt aus. Trotzdem passt einiges hinein: Riegel, Multitool, Mini-Pumpe oder Powerbank finden problemlos Platz.
Die Tasche besitzt ein Hauptfach mit Reißverschluss sowie einen geschützten Kabeldurchgang. Praktisch, wenn man Radcomputer oder Kamera während der Fahrt laden möchte.
Besonders elegant ist die Montage über den optionalen Boltmount bei Fahrrädern mit entsprechenden Gewindebohrungen im Oberrohr. Damit wird die Halterung direkt verschraubt und die Tasche sitzt extrem sauber auf dem Oberrohr. Optisch wirkt das deutlich eleganter als klassische Befestigungen mit Klett.

Im Einsatz
Die kompakte Form sorgt dafür, dass die Tasche beim Pedalieren überhaupt nicht stört. Auch im Wiegetritt bleibt genügend Beinfreiheit.
Allerdings zeigt sich hier auch die minimalistische Philosophie der Nano-Serie: Der Zugriff während der Fahrt könnte komfortabler sein. Ein Klapp- oder Magnetverschluss, wie bei manchen anderen Oberrohrtaschen, wäre praktischer, um schnell an Verpflegung zu gelangen. Wer jedoch eher strukturiert fährt und nicht permanent während der Fahrt snackt, wird mit dem Konzept gut zurechtkommen.
Gerade bei schnellen Gravel Rides oder langen Straßenfahrten spielt die Tasche ihre Stärken aus: Sie verschwindet fast optisch im Bike und liefert genau den Stauraum, den man wirklich braucht – nicht mehr und nicht weniger.en aus: Sie verschwindet fast optisch im Bike und liefert genau den Stauraum, den man wirklich braucht – nicht mehr und nicht weniger.
Saddle Bag Nano / 01
Die kleinste Tasche im Test ist gleichzeitig eine der praktischsten. Die Saddle Bag Nano ersetzt die klassische Werkzeugtasche. Dabei ist sie eigentlich keine Satteltasche; sie sitzt aerodynamisch direkt hinter der Sattelstütze.

Technische Daten
- Preis: 69,90 €
- Volumen: 0,5 Liter
- Gewicht Herstellerangabe: 64 g
- Gemessenes Gewicht: 53 g
- Nano Universal Mount: 15 g
Trotz der kompakten Maße passen Multitool, Schlauch, Reifenheber, CO₂-Kartusche oder Mini-Pumpe problemlos hinein.
Der umlaufende Reißverschluss ermöglicht einen sehr guten Zugriff auf den Inhalt. Besonders angenehm: Man muss nicht lange herumwühlen, sondern sieht direkt alles auf einen Blick.
Zusätzlich integriert Cyclite eine Halterung für Rücklichter. Das ist gerade für Brevets, lange Tage mit Dunkelheit oder einfach mehr Sichtbarkeit im Straßenverkehr enorm praktisch.
Im Einsatz
Die Tasche sitzt stabil direkt an der Sattelstütze und bleibt selbst auf ruppigen Gravel Passagen erstaunlich ruhig. Durch die kompakte Bauweise gibt es kein Pendeln oder Wackeln, wie man es von größeren Satteltaschen kennt.
Gerade sportliche Fahrer:innen werden diese Lösung lieben. Die Tasche verschwindet hinter der Sattelstütze und liefert trotzdem genug Platz für das Nötigste.
Für wen eignet sich die Nano-Serie?
Die Cyclite Nano Taschen richten sich klar an sportlich orientierte Fahrer:innen, die Wert auf geringes Gewicht und Aerodynamik legen. Auch Minimalismus-Fans kommen mit diesen Taschen voll auf ihre Kosten.

Wer mehrere Tage autark unterwegs sein möchte und viel Gepäck transportieren muss, wird vermutlich zu größeren Bikepacking-Taschen greifen. Für schnelle Overnighter, Radmarathons, Brevets oder lange Trainingsfahrten trifft die Nano-Serie dagegen genau den richtigen Sweet Spot.
Gerade bei 200-km-Orbits oder langen Gravel-Events braucht man oft nur etwas Zusatzkleidung, Werkzeug und Ernährung. Genau dafür sind die Taschen gemacht.
Und tatsächlich zeigt sich hier der größte Vorteil kleiner Taschen: Sie zwingen einen dazu, nur das wirklich Wichtige mitzunehmen. Das spart Gewicht, verbessert das Handling und hält das Bike angenehm agil.
Verarbeitung und Qualität
Wie von Cyclite gewohnt, bewegt sich die Verarbeitung auf sehr hohem Niveau. Das wasserdichte Material sind wie bei Cyclite hochfrequenzverschweißt. So sind alle Nahtstellen automatisch wasserdicht und auch die Reißverschlüsse lassen kein Wasser rein. Die Taschen sind trotz des geringen Gewichts so steif, dass sie auch ohne Inhalt ihre Form behalten.
Die Taschen fühlen sich eher wie technische Ausrüstung aus dem Outdoor- oder Performance-Bereich an als wie klassische Fahrradtaschen. Alles ist auf Gewichtsersparnis und Funktion optimiert.
Besonders beeindruckend sind die real gemessenen Gewichte. Diese liegen sogar unter den Herstellerangaben. Das freut den gewichtsbewussten Weight Weenie.
Kleine Taschen mit großem Praxisnutzen
Die Nano-Serie von Cyclite zeigt eindrucksvoll, dass auch bei Fahrradtaschen immer noch Innovationen möglich sind. Der Look und auch die Größe der Taschen sind sehr reduziert. Das muss man mögen.
Vor allem der magnetische Schnellbefestigungsmechanismus ist ein Alleinstellungsmerkmal und funktioniert im Alltag hervorragend. Vor allem die Handle Bar Bag Nano und die Saddle Bag Nano sind echte Neuerungen und suchen ihresgleichen.
Natürlich ist das Konzept bewusst minimalistisch. Wer maximalen Stauraum oder perfekten Zugriff während der Fahrt sucht, wird Kompromisse eingehen müssen. Doch genau darin liegt auch die Stärke der Serie. Ich habe den minimalismus in der Testphase durchaus zu schätzen gelernt.

Die Handle Bar Bag Nano überzeugt als kompakte Fronttasche für Kleidung und Verpflegung. Die Top Tube Bag Nano integriert sich nahezu perfekt ins Bike und bietet schnellen Zugriff auf Kleinteile. Die Saddle Bag Nano ersetzt klassische Werkzeugtaschen mit einer besonders eleganten Lösung.
Im Test haben die Taschen bewiesen, dass extra Gepäck am Rad keine Belastung sein muss. Auch nicht, wenn man besonders Wert auf Gewicht und Performance legt.
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