Suunto Vertical 2 Test und Erfahrung der Outdoor Uhr, alles was du wissen musst

Suunto hat bei der Vertical 2 eine großartige Outdooruhr nochmal verbessert. Wie lange der Akku hält, ob das Display auch bei Sonne gut lesbar ist und über die Verlässlichkeit der Navigation liest du hier im Suunto Vertical 2 Test.

Die Suunto Vertical 2 Display, Akku, Navigation, Multisport

Die Suunto Vertical 2 ist das aktuelle Flaggschiff des finnischen Herstellers und richtet sich an Outdoor-Enthusiasten, die Wert auf maximale Zuverlässigkeit, robuste Bauweise und lange Akkulaufzeiten legen. Mit einem 1,5 Zoll großen Amoled-Display, Saphirglas, bis zu 40 Tage Akkulaufzeit oder 65 Stunden mit dem vollen GPS-Modus ist die Uhr für anspruchsvolle Hiking- und Trekking-Touren konzipiert. Es gibt Suunto Vertical 2 in Edelstahl und Titan.

Suunto Vertical 2 Test

Amoled Display und Modelle

Bei der Suunto Vertical 2 fällt erstmal ihr großes, sehr helles Amoled-Display, mit bis zu 2000 Nits auf. Mit 87 Gramm für das Stahlgehäuse bzw. 74 g Titan ist sie leicht und auch leichter als die Garmin Fenix 8. Die Akkulaufzeiten sind im präzisesten GPS-Modus, Dualband, mit angegebenen 65 bis 75 Stunden ausreichend, im Tour-Modus, das heißt reduzierte GPS-Genauigkeit, werden bis zu 250 Stunden erreicht. Nur die Coros Vertix 2X hat eine ähnliche Akkuzeit im Smartwatch-Modus, allerdings mit LCD-Display und weniger brillanter Darstellung.

Akkuleistung und Energiemodi: Analyse der Laufzeiten

Akkuleistung ist ein zentrales Kriterium für Outdoor-Uhren, insbesondere bei längeren Touren ohne Lademöglichkeit. Die Suunto Vertical 2 hat vier vordefinierte Modi: Leistung (Dualband-GNSS, höchste Genauigkeit), Ausdauer (Singleband-GNSS), Ultra (reduzierte GPS-Genauigkeit, optischer HR-Sensor deaktiviert) und Tour (GPS-Intervall alle 2 Minuten, kein optischer HR-Sensor). Zusätzlich können benutzerdefinierte Modi erstellt werden.

Im Leistungsmodus mit Dualband-GNSS und aktiviertem optischen Herzfrequenzsensor sind bis zu 65 Stunden durchgehende Aufzeichnung möglich. Im Ausdauermodus steigt die Laufzeit auf etwa 75 Stunden, im Ultra-Modus auf 110 Stunden und im Tour-Modus auf bis zu 250 Stunden. Die Herstellerangaben kommen in etwa hin, 60 bis 65 Stunden im Leistungsmodus und 50 Stunden mit Always-on-Display. Wie immer sind diese Werte abhängig von Temperatur und Bewegung.

Im Alltag, dem Smartwatch-Modus hält die Uhr bis zu 20 Tage durch, mit deaktivierter 24/7-Herzfrequenzmessung sogar bis zu 40 Tage. Die Ladezeit beträgt etwa 90 Minuten.

Die Effizienz von Suunto wird durch ein adaptives Display (LTPO-Technologie) und ein ausgeklügeltes Energiemanagement erreicht. Im Tour-Modus ist die Uhr für mehrwöchige Expeditionen geeignet, allerdings stehen dann nicht alle Navigationsfunktionen, z. B. Offline-Karten, zur Verfügung.

Zuverlässigkeit abseits der Zivilisation: GNSS, Navigation und Offline-Karten

Suunto empfängt von fünf globalen Satellitensysteme (GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou, QZSS) und nutzt Dualband-Technologie L1/L5. Das bedeutet, es werden bis zu 32 Satelliten simultan ausgewertet, was eine sehr schnelle und präzise Positionsbestimmung ermöglicht – auch in schwierigen Umgebungen wie engen Tälern, dichten Wäldern oder zwischen Felswänden.

Für einen ersten Vergleich ging es zwei Stunden durch ein bewaldetes Gebiet in Norddeutschland mit größtenteils freier Sicht in den Himmel. Die zurückgelegte Distanz variiert um etwa 5 %.

In Praxistests wird die GNSS-Genauigkeit durchweg als hervorragend bewertet. Die Tracks wichen selbst bei schwierigen Bedingungen nur minimal von Referenzgeräten ab. Die Positionsbestimmung erfolgt innerhalb weniger Sekunden, und die Abweichung zur tatsächlichen Strecke lag meist unter 1 %.

Offline-Karten und Navigationsfunktionen

Ein Feature der Suunto Vertical 2 ist die Möglichkeit, detaillierte Offline-Karten direkt auf die Uhr zu laden. Der interne Speicher von 32 GB ermöglicht das Speichern ganzer Regionen. Die Karten können über WLAN heruntergeladen werden, wobei der Download je nach Größe auch mal 30 Minuten dauert.

Die Navigation erfolgt entweder entlang vorgeplanter Routen vom GPX-Import, Komoot, Strava usw. oder direkt in der Suunto-App erstellter Strecken. Turn-by-Turn-Anweisungen mit akustischen und visuellen Hinweisen sind auch wählbar. Eine Climb Guidance-Funktion zeigt Auf- und Abstiege in Echtzeit an, inklusive Höhenprofil und verbleibender Distanz. Wegpunkte können gesetzt und im Höhenprofil angezeigt werden. Das ist ein Vorteil bei langen Bergtouren oder Trailruns.

Im Leistungsmodus stehen alle Karten- und Navigationsfunktionen zur Verfügung. In den Energiesparmodi Ultra und Tour wird die Navigation auf eine Brotkrümelspur reduziert, um Akku zu sparen. Die Kartenverwaltung ist ein wenig umständlich, da Karten nur als Regionen heruntergeladen werden können und der Download langsam ist. Hier besteht Verbesserungspotenzial durch zukünftige Firmware-Updates.

Im Vergleich: Die Garmin Fenix 8 hat ebenfalls detaillierte Offline-Karten mit Points of Interest, Roundtrip-Routing und einer sehr ausgereiften Navigationssoftware. Coros ermöglicht mit der Vertix 2 Offline-Karten, allerdings ohne Straßennamen und mit weniger intuitiver Bedienung. Die Polar Grit X2 Pro bietet ebenfalls Offline-Karten und Turn-by-Turn-Navigation, über Komoot, ist aber bei der Kartendarstellung weniger flexibel.

Suunto Vertical 2 und Garmin Fēnix 8

Sportuhr, Multisport- und Outdoor-Funktionen

Eine klassische Sportuhr ist die Suunto Vertical 2 nicht. Dennoch deckt sie mit 115 Sportmodi jede Sportart ab. Von Laufen, Radfahren, Schwimmen und Triathlon bis hin zu Wintersport, Bergsteigen und Krafttraining ist alles drin. Die Trainingsanalyse basiert auf etablierten Metriken wie TSS (Training Stress Score), TSB (Training Stress Balance) und CTL (Chronic Training Load). Nach jeder Einheit werden Erholungszeit, Belastung und Formkurve angezeigt. Eine KI-basierte Suunto Coach-Funktion erstellt individuelle Trainingspläne, die sich an das persönliche Fitnessniveau anpassen.

Multisport-Profile, automatische Wechsel zwischen Sportarten z. B. Triathlon, Intervalltraining und die Kopplung externer Sensoren wie Leistungsmesser, Bike- und Foot-Pods werden unterstützt. Über die SuuntoPlus-Plattform ist die Integration zusätzlicher Apps und Dienste, etwa für spezifische Trainingsauswertungen oder Ernährungsmanagement möglich.

Material, Robust, Verlässlich, Sensoren

Diese Outdoor-Uhr ist für anspruchsvolle Bedingungen konzipiert. Das zeigt sich nicht nur im Material, sondern auch bei den Funktionen.

Robustheit, Materialien und Wasserdicht

Das Gehäuse besteht aus glasfaserverstärktem Polyamid, die Lünette ist aus Edelstahl oder Titan. Das Display wird durch Saphirglas geschützt, welches als besonders kratzfest gilt. Die Uhr ist bis 10 ATM, d.h. 100 Meter wasserdicht und kann so auch fürs Tauchen verwendet werden, zumindest wenn es nicht ins technische Tauchen geht. Die Betriebstemperatur reicht von -20 °C bis +55 °C.

Bei der Materialauswahl kann davon ausgegangen werden, dass Stößen, Kratzern und Feuchtigkeit zuverlässig widerstanden wird. Die drei physischen Tasten sind auch mit Handschuhen oder nassen Fingern gut bedienbar. Mit dem angenehm zu tragendem Silikonarmband sitzt die Sportuhr angenehmen am Handgelenk. Bei der Suunto Race dauerte es einige Tage, bis ich mich an die relativ schwere Uhr gewöhnt hatte. Das empfand ich mit der Vector 2 nicht, mag aber ein subjektiver Eindruck sein.

Gewicht und Tragekomfort

Mit 87 Gramm, gewogen 88,7 Gramm, bzw. 74 Gramm ist die Suunto Vertical 2 eine der schwereren Outdoor-Uhren. Das Gewicht resultiert natürlich aus der robusten Bauweise, dem großen Akku und dem 1,5-Zoll-Display. Im Alltag und bei längeren Touren ist das spürbar, wird aber durch die Form und die flexiblen Armbandaufnahmen gut verteilt. Das wichtigste ist: Die Uhr drückt nicht.

Im Vergleich: Die Garmin Fenix 8 wiegt 92 g, die Coros Vertix 2 87 g, die Polar Grit X2 nur 62 g. Wer besonderen Wert auf geringes Gewicht legt, findet in der Polar also eine leichtere Alternative, bekommt aber eine Sport- statt vollwertiger Outoor-Uhr.

Sensor und Messgenauigkeit: HR, SpO2, Barometer

Suunto hat der neuen Vector einen neuen optischen Herzfrequenzsensor spendiert, der zuverlässigere Werte sowohl bei gleichmäßigem Ausdauertraining als auch bei Intervallbelastungen liefert. Die Abweichung zum Brustgurt lag beim Test einer kurzen Wanderung über zwei Stunden in der Range von zwei bis drei Schlägen pro Minuten. Für höchste Genauigkeit empfiehlt auch Suunto trotzdem die Kopplung eines Brustgurts.

EKG-Funktion ist bei Suunto nicht vorhanden. Coros Vertix 2 verzichtet ebenfalls auf EKG während Polar die EKG-Funktion integriert und von einem besonders guten Sensor spricht. Im Praxistest von Per ist die Pulsmessung der Polar so gut oder so schlecht, wie bei anderen Uhren. Das liegt nunmal in der Natur der Sache, bei der Messung am Handgelenk mit optischem Sensor, wobei alle Vergleiche mit Suunto Uhren immer besser abschnitten, als Garmin. Zusätzlich misst die Uhr die Blutsauerstoffsättigung SpO2, die Herzfrequenzvariabilität HRV und den Schlaf.

Suunto Genauigkeit Puls
oben Brustgurt, unten Suunto Vertical 2

Während Garmin die Wachphasen eher konservativ meint zu erkennen, interpretiert Suunto weniger Wachphasen. Die Schlaferkennung liefert aber bei keiner der bisher getesteten Uhren ein so exaktes Ergebnis, wie im Schlaflabor.

Ein Barometer liefert Höhen- und Wetterdaten, was für Bergtouren und Trekking-Einsätze essenziell ist. Die Sensorik arbeitet auch bei wechselnden Bedingungen stabil. Bei der Temperatur stellt sich die Physik queer. Am Handgelenk, manchmal sogar noch abgedeckt vom Ärmer der Jacke, kann der beste Temperatursensor nie die richtige Außentemperatur zeigen. Für die Messung der echten Temperatur muss jede Uhr abgelegt werden. Auf dem Ziffernblatt wird deshalb die Temperatur des Wetterdienst gezeigt, welcher das ist verrät Suunto nicht. Deshalb ist es auch schwer zu sagen, ob für welcher Region die Vorhersage perfekt passt und für welche nicht – aber mein Suunto-Konto kann mit MyRadar verbunden werden und der ist sehr zuverlässig. Für mich ist Windy die beste Wetter-App.

Notfallfunktionen und Kommunikation

Die integrierte LED-Taschenlampe hat ein weißes und rotes Licht, dazu eine SOS-Blinkfunktion. Während einer Aktivität muss sie über das Menü aktiviert werden. Weil zwei der drei Tasten aber mit einer bestimmten Funktion verknüpft werden können, habe ich die Taschenlampe auf den oberen gelegt und kann sie mit einem Tastendruck sofort einschalten. Eine automatische Sturzerkennung oder Satellitenkommunikation ist nicht integriert. Notfallkontakte können über die Suunto-App hinterlegt werden, was aber nicht direkt was bringt.

Notfallkontakte auf Handy und Uhren werden in der Regel ohnehin nicht genutzt, da Ersthelfer sich mehr mit dem Verunfallten beschäftigen, als zu sich durch die Menüstruktur der inzwischen unzähligen Handys und Smartwatches zu klicken. Besser ist da ein Notfallarmband.

inReach wie die 1.300 Euro teure Garmin Fenix bringt Suunto nicht mit, muss sie aber auch nicht. Abgesehen vom dafür zusätzlich notwendigen Abo empfiehlt sich bei anspruchsvollen Trekking-Touren sowieso ein echtes Satelliten-Kommunikationsgerät wie Garmin inReach Mini 3 oder Zoleo Satellite Messenger.

Garmin inReach Mini 2

Laden, Ladegerät und Ladezeiten

Das Laden der Suunto Vertical 2 erfolgt über ein magnetisches USB-Kabel. Die Ladezeit beträgt etwa 90 Minuten für eine vollständige Ladung. Das Kabel ist robust, flexibel und der Textilmantel verhindert ein Verknoten. Ein original Ersatzkabel kostet 49 Euro (Link zum Shop) und sollte auf jeder längeren Tour dabei sein. Weil der Anschluss magnetisch ist, kann die Uhr auch an der Wand „baumeln“. Gut zu wissen: Die Uhr kann während des Ladevorgangs genutzt werden, also im Notfall als Navi dienen, während sie an der Powerbank lädt.

Zubehör und Sensor-Kompatibilität (ANT+, Bluetooth)

Unterstützt wird die Kopplung von Bluetooth-Smart-Sensoren. Mehrere gleiche Sensoren können parallel verbunden werden, was den Wechsel zwischen Brustgurt und Oberarmsensor erleichtert. ANT+ ist nicht unterstützt, das wiederum schränkt die Kompatibilität beim Radfahren ein, aber auch hier: In der Regel werden Wattwerte mit dem Radcomputer aufgezeichnet. Die Uhr kann allerdings ihre Herzfrequenzdaten an externe Geräte z. B. Radcomputer senden, HR-Broadcasting. Ist ein Pulsgurt verbunden, wird die Herzfrequenz am Handgelenk nicht mehr gemessen.

Suunto und Tactical Forces: Erfahrungen als Referenzen

Suunto hat eine lange Tradition als Ausrüster von Militär, Polizei und Rettungsdiensten. Die Marke wurde 1936 gegründet, um Kompasse für die finnische Armee zu produzieren. Bis heute werden Suunto-Kompasssysteme und Tauchinstrumente weltweit von Streitkräften eingesetzt. Mehrere Uhrenmodelle, darunter auch die Vertical-Serie, haben MIL-STD-810-Tests durchlaufen und sind für den Einsatz unter extremen Bedingungen zertifiziert.

Suunto

Die Erfahrungen aus dem militärischen Bereich fließen in die Entwicklung der Outdoor-Uhren ein: Robustheit, Präzision und Zuverlässigkeit stehen im Vordergrund. Die Suunto Vertical 2 ist daher auch für taktische Einsätze, Survival-Training und Expeditionen geeignet.

Suunto App

Suunto liefert eine stabile und gut gemachte App. Weil es keine Webversion gibt, fristet die App allerdings leider ein Dasein als Notwendigkeit für den Synch zu Strava etc.

Aktivitäten, Trainingstagebuch und Gesundheitsdaten

Die Suunto-App ist übersichtlich und als Tagebuch für aufgezeichnete Aktivitäten, Gesundheitsdaten und die Verwaltung der Geräte gut geeignet. Eine Plattform für die Leistungsentwicklung wie Garmin Connect oder TrainingPeaks ist die App nicht.

Allerdings lassen sich bei der Suunto Vertical 2 neben Routen auch Trainingspläne importieren und Intervalleinheiten erstellen. Wie bei Wahoo und Garmin vermisse ich auch bei Suunto die Connection zu den Withings-Waagen.

Uhr mit dem Smartphone verbinden

Ein QR-Code muss nicht gescannt werden um die Suunto Vertical 2 mit dem Smartphone zu verbinden. Es reicht, die App zu installieren und auf Gerät hinzufügen zu klicken.

Firmware, Software-Updates und App-Ökosystem

Regelmäßige Firmware-Updates, die neue Funktionen, Fehlerbehebungen und Verbesserungen bringen sind natürlich auch bei Suunto gang und gäbe. Updates werden dabei kabellos über die Suunto-App installiert. Zu den jüngsten Neuerungen zählen Trackback-Navigation, erweiterte Kartenfunktionen mit Höhenlinien und Ortsnamen, Climb Guidance, HR-Broadcasting für externe Geräte, neue Sportmodi und eine verbesserte Touchscreen-Bedienung im Sportmodus. Den kann man übrigens je nach eigener Konfiguration des jeweiligen Sportmodus, ein oder ausschalten.

Das App-Ökosystem wächst kontinuierlich. Über mehrere Hundert Partner-Apps, z. B. Strava, Komoot sind integriert. Die SuuntoPlus-Plattform ermöglicht die Installation zusätzlicher Apps direkt auf der Uhr.

Verbindung von Suunto zu Komoot, Strava, Outdooractive usw

Ich habe nicht gezählt wie viele es sind, aber Suunto synchronisiert sich mit sehr vielen Routing- und Training-Apps. Es gibt in der App leider keine Suche nach den Trainingsplattformen oder nach Alphabet zu sortieren, bleibt also nur durchscrollen. Ein Minuspunkt? Nicht so richtig, mehr eine einmalige Unbequemlichkeit.

Routen auf die Suunto Uhr übertragen

Zum erstellen einer Route können in der App Wegpunkte markiert werden. Zur Auswahl stehen dann die üblichen Kriterien wie Straßenbelag und Heatmaps. Außerdem können Strecken von früheren Aktivitäten verfolgt werden. Weil niemand, der eine gute Route plant, das auf dem Smartphone macht, kommt hier Outdooractive, Alltrails, Strava oder Komoot ins Spiel. Alle gennannten, außer Alltrails, synchronisieren ihre Strecken einwandfrei in die Suunto-App. Außerdem lassen sich GPX und KML-Files altmodisch importiert.

Bei der Übertragung von Offline-Karten können einzelnen Regionen oder ganze Länder ausgewählt werden. Die sind, im Gegensatz zu Garmin, gratis. Der Download und Upload auf die Uhr dauert einige Zeit.

Synchronisierung früherer Aktivitäten von Strava zu Suunto

Leider gar nicht überraschen: Vergangene Aktivitäten können nicht von Strava in die Suunto App importiert oder synchronisiert werden. Mit der App SynchMyTracks (Links zum Playstore) geht das aber problemlos.

Eine wirklich schlechte Eigenschaft teilen sich alle Hersteller. Garmin, Wahoo, Suunto, Polar verweigern dem Sportler Aktivitäten von anderen Geräten auf die eigene Plattform zu synchronisieren. Das ist veraltete Denke. Selbst beim Amazon TV Stick werden heute Filme von Netflix, Disney und Paramout angeboten. Einzig Wahoo und Coros tauschen seit kurzem Daten gegenseitig aus.

Suunto vs. Garmin vs. Coros vs. Polar

Der Markt für Outdoor- und Multisportuhren ist von einem starken Wettbewerb geprägt. Garmin dominiert mit der Fenix-Serie das Premiumsegment, bietet unbestritten das umfangreichste Ökosystem und die größte Funktionsvielfalt.

Coros hat sich mit der Vertix-Serie als Spezialist für Ultra- und Trailrunning etabliert und punktet mit sehr guter Akkulaufzeit. Polar setzt mit der Grit X2 Pro auf innovative Biosensorik und Trainingsanalyse, bleibt aber bei der Navigation hinter Garmin und Suunto zurück – hat aber auch nicht den Anspruch eine Hiking oder Trekking-Uhr zu sein.

Suunto Vertical 2 und Garmin Fēnix 8 Pro

Solar und umfangreichen Smartwatch-Features sind teurer und schwerer. Die Coros Vertix 2 hat eine lange Akkulaufzeit, verzichtet aber dafür auf ein Amoled-Display. Die Polar Grit X2 Pro ist die leichteste Uhr im Vergleich, bietet aber eine kürzere Laufzeit im GPS-Modus.

Vergleich Suunto Vertical 2, Garmin Fenix 8 und Coros Vertix 2

ModellSuunto Vertical 2Garmin Fenix 8 51 mmCoros Vertix 2 Pro
Display466×466 px454×454 px260×260 px
GehäusematerialStahl oder Titanium Lünette EdelstahlFaserverstärktes Polymer, Rückseite Stahl, Lünette EdelstahlTitanlegierung
GlasSaphirglasSaphierglasSaphirglas
Gewicht87 g (74 g Titanium)102 gr (92 g Titan)66 g (53 g mit Nylonarmband)
Alle Systeme an Akkulaufzeitbis zu 65 hbis zu 49 hbis zu 41 h
Smartwatch‑Akkulaufzeitbis zu 20 Tagebis zu 29 Tagebis zu 21 Tage
NavigationJaJaJa
Interner Speicher32 GB32 GB32 GB
SolarNeinNeinNein
TouchJaJaJa
ArmbandSilikonSilikonSilikon oder Nylon
UVP599 € (Stahl) / 699 € (Titan)ab 899 €499 €
Angaben Hersteller

Suunto oder Garmin?

Die Suunto Vertical 2 ist eine Outdoor- und Multisportuhr für Hiking, Trekking und anspruchsvolle Reisen. Im Fokus stehen die Verlässlichkeit der Uhr, auch abseits der Zivilisation. Dabei konkurriert Suunto mit der Garmin Fenix 8 und der Coros Vertix 2, weniger mit Sportuhren wie Polar Grit X2. Akku, GPS-Genauigkeit, Karten- und Navigationsfunktionen bis hin zu Robustheit, Gewicht und Sensorik zählen hier mehr als lustige Hintergründe und Bezahlfunktion. Wobei man hier erwähnen muss, dass die Deutschen Partner für Garmin-Pay sowieso fast nur Exoten sind.

Langzeiterfahrungen und Nutzerbewertungen

Die Suunto Vertical 2 wird in Testberichten und Nutzerbewertungen überwiegend positiv bewertet. Besonders hervorgehoben werden die lange Akkulaufzeit, die präzise Navigation, das brillante Amoled-Display und die robuste Bauweise. Kritik gibt es an der teilweise umständlichen Bedienung. Das kann ich selbst nicht nachvollziehen. Über langsames Kartenmanagement kann man lamentieren muss man aber nicht. Nicht jeden Tag werden Karten runtergeladen und für Explorationen ist ein Satelliten-Navigationsgerät ohnehin gang und gebe. Auch die eingeschränkten Auswahl an Smartwatch-Features wird bemängelt. Kein mobiles Bezahlen und Nachrichten schreiben.

Langzeitnutzer berichten dagegen von einer hohen Zuverlässigkeit auch bei widrigen Bedingungen. Die Sensorik arbeitet stabil, die Uhr hält Stürze, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen problemlos aus. Die Akkulaufzeit bleibt auch nach mehreren Monaten auf hohem Niveau. Einzelne Nutzer bemängeln bei der Vorgängerversion die Genauigkeit der optischen Pulsmessung bei intensiven Intervallen. Das hat Suunto bei der neuen Version behoben.

Der Suunto-Kundensupport wird in den Bewertungen unterschiedlich beurteilt: Während einige Nutzer schnelle und kompetente Hilfe erhalten, berichten andere von langen Wartezeiten und Kommunikationsproblemen. Die Produktqualität wird insgesamt als hoch eingeschätzt, einzelne Defekte oder Softwareprobleme werden meist durch Updates behoben.

Preise in Deutschland

Der Preis für die Suunto Vertical 2 ist in Deutschland für 599 Euro mit Edelstahlgehäuse und 699 Euro mit Titaniumgehäuse. Im Handel und Web finde sich Preise um 540 Euro für die Edelstahl-Variante. Die Uhr ist bei allen großen Elektronikhändlern, Outdoor-Shops und Online-Plattformen verfügbar z. B. Globetrotter und Bergfreunde.

Suunto positioniert sich mit der Vertical 2 als Outdoor-Spezialist, der Robustheit, Zuverlässigkeit und lange Akkulaufzeiten in den Vordergrund stellt. Die Kombination aus Amoled-Display, präziser Navigation, Offline-Karten und sehr gutem Energiemanagement ist aktuell einzigartig. Die Uhr richtet sich an Nutzer, die auf smarte Zusatzfunktionen verzichten können und stattdessen maximale Ausdauer und Verlässlichkeit wollen. Im Preis-Leistungs-Verhältnis ist die Suunto Vertical 2 eine attraktive Alternative zu den teureren Garmin-Modellen.

So haben wir getestet

Die Suunto Vertical 2 wurde in mehreren kurzen und zwei mehrtägigen Touren gestestet und der Sportmodus bei Radsport.

  • Voll geladener Akku bis automatisches Abschalten der Uhr
  • Nutzung von Offline-Karten und Navigationsfunktionen in Waldgebiet und Großstadt
  • Verwendung auf 1.100 Höhenmeter

Stärken der Suunto Vertical 2 im Bereich Hiking und Trekking

Diese Suunto überzeugt im Hiking- und Trekking. Die Eigenschaften machen die Suunto Vertical 2 zu einer der aktuell leistungsfähigsten Outdoor-Uhren und, natürlich auch, Multisport.

  • Lange Akkulaufzeit: Bis zu 65 Stunden im präzisesten GPS-Modus, bis zu 250 Stunden im Tour-Modus. Damit ist die Uhr für mehrtägige Touren ohne Lademöglichkeit geeignet.
  • Präzise Navigation: Dualband-GNSS, Offline-Karten, Turn-by-Turn-Navigation, Climb Guidance und Höhenprofilanzeige bieten maximale Orientierungssicherheit.
  • Robuste Bauweise: Saphirglas, Edelstahl/Titan, 100 m Wasserdichtigkeit und Temperaturbeständigkeit von –20 °C bis +55 °C machen die Uhr extrem widerstandsfähig.
  • Brillantes Display: 1,5 Zoll AMOLED mit 2000 Nits Helligkeit sorgt für beste Ablesbarkeit bei allen Lichtverhältnissen.
  • Vielseitige Sensorik: HR, SpO2, Barometer, HRV und Schlaftracking liefern umfassende Gesundheits- und Leistungsdaten.
  • Einfache Bedienung: Drei Tasten und Touchscreen, auch mit Handschuhen bedienbar und die Menüführung ist intuitiv.
  • Multisport-Fähigkeit: Über 115 Sportmodi, KI-Coach und SuuntoPlus-Apps ermöglichen individuelle Trainingssteuerung und Auswertung.

Schwächen der Suunto Vertical 2

Die echte Schwäche bei Suunto ist glücklicherweise nur die Konfiguration der Sportmodi und Widgets. Insofern besteht Hoffnung, dass Suunto dieses Manko mit Softwareupdates auch behebt.

Neue Ziffernblattlayouts lassen sich über die App am Handy installieren. Welches Feld dann welchen Inhalt zeigt, muss aber an der Uhr eingestellt werden und die Möglichkeiten sind sehr eingeschränkt. So würde mich mehr meine aktuellen Energiereserve interessieren, als die niedrigste und höchste Tagestemperatur. Es gibt zwar, ähnlich wie bei Garmin, andere Ziffernblätter, die sind aber eher nett anzusehen statt funktional.

Mit einem Fingerwisch nach Links lässt sich ein Widget anzeigen, zum Beispiel Schritte und Kalorienverbrauch, aber eben nur ein Widget. Ich würde gerne weiter swipen und mehr sehen, zum Beispiel das HRV-Widget, aber das geht nicht. Für alle anderen Widgets muss ich zuerst auf dem Ziffernblatt nach unten wischen und dann durch die Liste der verfügbaren Widgets scrollen. Zumindest ist die Reihenfolge in der App veränderbar. Anders ist das bei Sportarten, die sind nicht sortierbar. Da hilft nur die Sportarten vorher rigoros auszusortieren, die absehbar sowieso nicht genutzt werden.

Dafür lassen sich eigene Layouts für Sportarten erstellen. Die Anzahl der Datenfelder kann 3, 4, 5 und 7 Felder sein, außerdem gibt es Grafiklayout. Jedes Datenfeld kann mit dem Inhalt und in der Reihenfolge gefüllt werden, wie es für einen selbst am besten ist. Bis dahin ist das gut gelöst, nur die Reihenfolge lässt sich nicht mehr ändern. Eigentlich ist Verschieben bzw. Ziehen heutzutage keine besonders außergewöhnliche Funktion, nur Suunto hat das nicht. Gerade am Anfang ist sowas nervig, wenn man doch nochmal was ändern oder hinzufügen möchte.

Dass es nur drei Tasten gibt, mögen andere als Nachteil sehen. Mir gefällt das gut, denn fünf Tasten wie bei Garmin sind auch kompliziert. Die obere und die untere Taste auf der Suunto Vector 2 kann mit einer Funktion verknüpft werden. Taschenlampe, Kompass, Wecker, Nachrichten, Sportart und so weiter, aber leider nicht Widgets.

Eine praxisfremde Programmierung ist, dass die Taschenlampe ausgeht, wenn ich auf das Display tippe. Es ist nicht unwahrscheinlich, die Taschenlampe an zu haben und ich dazu auf der Uhr, zum Beispiel die Karte, ansehen möchte. In dem Fall muss ich die Taschenlampe jedes mal immer wieder erneut einschalten.

Erfahrung und Meinung Suunto Vertical 2

Im Vergleich zu Smartwatches verzichtet die Suunto Vertical 2 bewusst auf Funktionen wie LTE, mobiles Bezahlen oder einen umfangreichen App-Store. Stattdessen liegt der Fokus auf Kernkompetenzen, es geht um Zuverlässigkeit und Robustheit. Die Benutzer der Vertical 2 sind all jene, die sich auf ihre Ausrüstung auch unter extremen Bedingungen verlassen wollen, etwa bei mehrtägigen Touren ohne Zugang zu Strom oder Mobilfunknetzen. Widgets und Tracking von Trainings- und Leistungswerte sind natürlich dabei. Einziger Kritikpunkt ist die eingeschränkte Gestaltung der Datenfelder.

Suunto Vertical 2 kaufen?

Im direkten Vergleich mit Garmin Fenix 8 und Coros Vertix 2 bringt die Suunto Vertical 2 die beste Uhr für Hiking, Trekking abseits der Zivilisation und Expeditionen mit. Die Uhr verzichtet bewusst auf smarte Zusatzfunktionen wie Bezahldienst und setzt stattdessen auf Zuverlässigkeit, Ausdauer und einfache Bedienung. Im Gegensatz zu Garmin konzentriert sich Suunto auf die Funktionen, die gebraucht werden – was schlussendlich bedeutet, man bezahlt nur für Funktionen, die man auch tatsächlich nutzt. Für alle, die eine kompromisslose Outdoor-Uhr wollen, ist die Suunto Vertical 2 die aktuell beste Wahl.

4 Kommentare zu “Suunto Vertical 2 Test und Erfahrung der Outdoor Uhr, alles was du wissen musst

  1. Habe auch Suunto für Sport. Die Kritik wegen der Ziffernblätter und der Einstellungen bei der App sind korrekt. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum Suunto die Einstellungsmöglichkeiten in der App nicht verbessert.

  2. Habe auch überlegt Garmin Fenix zu kaufen. Der Preis ist mir zu hoch. Werde mir die Uhr von Suunto jetzt bestellen. Danke für den ausführlichen Bericht.

  3. Wo man Navigation braucht sollte man auf ein verlässliches Gerät nutzen. Eine Uhr mit dem Minidisplay ist nicht das richtige.

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