Der Uvex Surge Aero als ein Aero-Helm im Schlamm? Klingt erstmal nach einer schlechten Idee. Genau deshalb habe ich es ausprobiert: Er musste sich nicht nur auf dem Asphalt beweisen, sondern auch im Crossrennen – mit Sprüngen, Tragepassagen und jeder Menge Dreck. Hält er, was er verspricht?
Inhalt
Der Uvex Surge Aero MIPS wurde zusammen mit Profis des Teams Intermarché-Wanty entwickelt und ist eigentlich für die Straße gedacht. Sein Clou ist ein abnehmbares Aero-Cover, das einen Teil der Lüftungsöffnungen abdeckt und den Luftwiderstand reduziert – ohne Cover wird der Helm deutlich luftiger.

Für Sicherheit sorgen eine Multi-Inmould-Schale mit eingeschäumtem Käfig und das MIPS-Air-Node-System gegen Rotationskräfte bei schrägen Stürzen. Dazu kommen das 3D-IAS-Pro-Verstellsystem, ein leichter SNAP-Buckle-Verschluss und eine Brillengarage.
Mein Testmodell in Weiß matt ist die Größe 59-61cm und wiegt selbstgewogen mit Aero-Cover 247 g und ohne 174g. Verfügbar ist der Helm in den Größen 53–56, 56–59 und 59–61.
Passform und Komfort
Beim ersten Aufsetzen macht der Surge Aero MIPS direkt einen guten Eindruck. Das Verstellsystem lässt sich flüssig bedienen, das Rädchen rastet in klar spürbaren Stufen ein, und so ist der Helm in wenigen Handgriffen passgenau eingestellt. Auch das Nachjustieren während der Fahrt klappt problemlos, ohne dass man lange herumfummeln muss.
Auf längeren Ausfahrten zeigt sich, wie durchdacht Riemen und Polster sind. Die Gurte liegen sauber an, ohne zu scheuern, und die Polster sitzen angenehm, ohne nach ein paar Stunden unangenehm zu drücken. Der Helm bleibt stabil an seinem Platz und lenkt nicht vom Fahren ab. Das, was man von einem Helm für 249,95 Euro UVP erwarten kann.

Positiv fällt auch die Kombination mit der Sportbrille auf. Brillenbügel und Helm kommen sich nicht in die Quere, sodass beides auch auf langen Strecken bequem zusammen getragen werden kann. Wer die Brille zwischendurch absetzen möchte, kann sie in der Brillengarage, wie uvex sie nennt, verstauen. Dort sitzt sie sicher und wackelt auch auf unruhigerem Untergrund nicht.
Auf der Straße
Auf dem Asphalt ist der Surge Sero MIPS ganz in seinem Element. Mit montiertem Aero-Cover fühlt er sich gerade in schnellen Passagen richtig gut an: Der Helm liegt ruhig im Wind, und man hat das Gefühl, dass die Luft sauber über die Schale abgeleitet wird. Ob im Sprint, in der Abfahrt oder bei längeren Tempostücken in der Gruppe – hier spielt er seine Stärken voll aus.
Besonders angenehm fällt auf, wie leise er dabei bleibt. Selbst bei höherem Tempo hält sich das Windrauschen deutlich in Grenzen, was nicht nur entspannter ist, sondern auch hilft, das Geschehen um sich herum besser wahrzunehmen.

Bei der Belüftung merkt man, dass hier die Aerodynamik im Vordergrund steht. Mit aufgestecktem Cover ist die Luftzirkulation solide, aber natürlich nicht auf dem Niveau eines reinen Klimahelms – das ist bei einem Aero-Helm allerdings auch nicht zu erwarten und völlig in Ordnung. Für die meisten Ausfahrten reicht sie gut aus, und wer an heißen Tagen oder am langen Anstieg mehr Frischluft braucht, nimmt das Cover einfach ab und hat so die luftigere Variante dabei.
Der Uvex Surge Aero MIPS im Crossrennen
Im Crossrennen musste der Uvex Surge Aero MIPS zeigen, ob er mehr kann, als nur auf dem Asphalt schnell zu sein, und ob er sich auch als Helm für Crossrennen bewährt. Die kurze Antwort lautet: ja. Über die gesamte Renndistanz saß der Helm fest auf dem Kopf. Weder harte Schläge auf ruppigem Untergrund noch kleine Sprünge oder das Überfahren von Hindernissen haben ihn aus der Position gebracht. Auch in den Laufpassagen, beim Absteigen, Schultern und Wiederaufspringen, blieb er stabil an seinem Platz.

Besonders wichtig im Rennen: Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, nachjustieren zu müssen. Der Helm ist weder durch sein Gewicht noch durch einen ungewohnten Sitz negativ aufgefallen. Rundum war es angenehm, ihn im Rennen zu tragen – und genau so soll es sein, wenn die volle Konzentration auf Linie, Untergrund und Puls liegt.
Fazit: Straße oder Cross?
Die Antwort auf die Frage aus dem Titel fällt eindeutig aus: Der Uvex Surge Aero MIPS überzeugt nicht nur auf der Straße, sondern auch im Crossrennen. Auf dem Asphalt punktet er mit spürbarer Aerodynamik, geringer Geräuschentwicklung und einem leichten, modernen Sitz. Im Gelände zeigt er, dass er auch harte Schläge, Sprünge und Laufpassagen wegsteckt, ohne zu verrutschen oder zu stören.
Damit lohnt sich der Helm vor allem für zwei Gruppen: für Straßenfahrer, die Wert auf einen aerodynamischen Helm legen, und für Allrounder mit Cross-Ambitionen, die nicht für jede Disziplin einen eigenen Helm kaufen wollen.
Mein Rennradhelm Test zeigt: Wer einen schnellen Straßenhelm sucht, der sich im Zweifel auch als Helm für Crossrennen bewährt, macht mit dem Surge Aero MIPS wenig falsch. Wenn Ihr den Helm mit anderen vergleichen wollt schaut euch gerne unseren Rennradhelm Test zum Giant Testbericht an.









