Uns liegt die Roadsense mit den beiden Gläsern LST Vario und eSport zum Test vor. Für das Set werden 299 EUR aufgerufen. Was kann die Edelbrille aus Österreich? Wir klären auf.
Inhalt
Evil Eye Roadsense – eine Brille, verschiedene Einsatzorte

Beim Roadsense-Rahmen lassen sich die Scheiben wechseln. Das geht ziehmlich einfach und intuitiv. Und der Bügel in der Mitte sorgt dafür, dass die Scheibe gut fixiert ist. Der edle Rahmen kann aber noch viel mehr: die Bügel sind in drei Stufen justierbar und sogar die Nasenflügel haben zwei klar gerasterte Positionen. Damit kann die Brille optimal auf den/die Besitzer*in eigestellt werden. Den Rahmen gibt es sogar in 3 Größen: XS mit 132,4 mm, S mit 137,4 und L mit 142,7 mm Breite. Uns lag die Roadsense in Größe L vor.

Wer sich wegen der Größe oder des Aussehens nicht sicher ist, kann auf der Homepage von Evil Eye die Brille virtuell anprobieren (Link). Ein sehr gelungenes Gimmick.

Unboxing
Im schwarzen Etui mit rotem e und evil eye Aufschrift sind die Teile der Brille sicher verstaut. Neben dem Wechselglas und einer Softtasche zur Aufbewahrung finden sich auch ein paar zusätzliche Nasenklippse aus einem sehr weichen Gummi, das im Bedarfsfall für noch rutschfesteren Sitz auf der Nase sorgt.


Tausch der Gläser und Nasenklippse
Der Steg in der Mitte hält die Brille samt Glas gut zusammen. Unten angefasst, lässt er sich leicht lösen und die Scheibe sehr easy aus dem Rahmen entnehmen. Die Teile wirken wertig. Sie werden diese Prozedur mit Leichtigkeit sehr oft überstehen.
Die Nasenklippse habe ich vorsichtig mit einem kleinen, flachen Schraubendreher rausgehebelt. Die alternativen Nasenklippse haben eine L und R Beschriftung, ich fühle mich dadurch beim Wechseln sicher, nichts falsch gemacht zu haben. Der Steg in der Mitte wirkt recht groß. Aber wenn ich die Brille trage ist er zu keinem Zeitpunkt in meinem Sichtfeld. Man sieht ihn von außen eventuell nur dann, wenn die LST Vario Scheibe ganz aufgehellt ist.


Roadsense – eSport Scheibe
Eine Radbrille für Indoor hört sich erstmal wie ein Scherzartikel an, wenn man die Erklärung liest, könnte es aber durchaus hilfreich sein. Die E-Sport-Gläser von Evil Eye filtert schädliches Blaulicht und soll die Augen beim Indoor-Training schonen. Während der Indoor-Saison hat Andi die Roadsense Brille ausprobiert. Sein Ergebnis war: Klare Sicht und ist hochwertig verarbeitet. Doch braucht man sie wirklich beim Zwiften? Dazu mehr im Artikel Rennradbrille für Zwift.

Roadsense – LST Vario Scheibe
Die Varioscheibe ist photochromatisch, d.h. sie dunkelt sich je nach Lichtverhältnissen ab oder hellt sich von alleine auf. Im gegensatz zu den elektrisch gesteuerten Verdunkelungsmechanismen anderer Hersteller – wir testeten hierzu bereits die Rev React und die Out of Bot Adapta 2 – lässt sich der photochromatische Mechanismus mehr Zeit. Normal sind Abdunklungszeiten von ca. 10 Sekunden und für die Aufhellung ca. 15 Min. Evil Eye verspricht, dass sie diesen Vorgang beschleunigt haben und mit das schnellste photochromatische Glas am Markt anbieten. Sie wird nicht an die unter 1 Sekunde der elektrischen Versionen rankommen, dafür flackert sie aber nicht bei schnell wechselnden Lichtverhältnissen wie ihre aktiven Pendants.

Die Scheibe kann sich zwischen drei Lichtschutzstufen tönen: 1 – 3 (helle bis dunkle Tönung). In der Tönungsstufe 1 lässt sie 62% des Lichts durch, in der Stufe 3 nur noch 13 %. So deckt sie für Radfahrer ein breites Spektrum ab. Lediglich bei dunkler Nacht ist sie ungeeignet, dazu müsste sie auf Stufe 0 aufhellen – also ganz transparent werden. Dann könnte sie jedoch höchstens bis Stufe 2 abdunkeln, was bei hellem Sonnenlicht etwas zu wenig ist. Photochromatische Brillen bilden also auch sie eine Art Kompromiss, mir ist jedenfalls bislang keine untergekommen, die über alle 5 Lichtschutzstufen (0 – 4) verfügen.
LST steht für Light Stabilizing Technology. Bei dieser Scheibe kommt genaugenommen die LST bright Version zum Einsatz. Diese hat eine aufhellende Wirkung, soll Kontraste vertärken und die Sicht bei schwachen und diffusen Lichtbedingungen verbessern helfen. Blicke ich durch die Scheibe, bekommt alles einen leicht ins orange gehenden Hauch und insgesamt ist es tatsächlich sehr angenehm, durch die Scheibe zu blicken.
Auch der Homepage von Evil Eye ist der LST Bright Effekt (Link zur evileye.com) ganz gut dargestellt.

Überhaupt ist die Homepage von Evil Eye sehr ausführlich und alle möglichen Technologien und How-Tos rund um die Brillen werden dort vorgehalten. Das lässt keine Wünsche offen und passt zu einer Marke, die 300 EUR für eine Sportbrille wie die Roadsense aufruft.
Im Radsport eingesetzt funktioniert die LST Vario Scheibe sehr gut. Ich kann sogar direkt in die Sonne blicken ohne die Augen zumachen zu müssen. In der Abenddämmerung wirkt es, als verstärke die Scheibe das wenige Restlicht noch ein bisschen.
Beim Fahren beschlägt sie nicht (nur beim Anhalten, aber das passiert jeder Scheibe), bietet eine gute, breite Sicht ohne störende Elemente und der Tönungsbereich von 1 bis 3 ist gut gewählt für den täglichen Einsatz. Ich hatte davor Brillen, die von 0 bis 2 tönten oder von 2 bis 4. Beides eher Spezialisten, im ersten Fall für Dunkelheit und im zweiten Fall für extreme Helligkeit. Die Roadsene ist mit ihrem Bereich dazwischen ein sehr guter Allrounder.
Die Brille passt zudem sehr gut in den Rennradhelm. Ich selbst benutze akutell den Abus Gamechanger I und die Brille fügt sich passgenau sowohl vorne als auch hinten in den Helm ein.


Fazit: Was du für 300 EUR bekommst
Die Evil Eye Roadsense ist qualitativ hochwertig. Der Rahmen überzeugt durch seine wertige Haptik und die vielen Verstellmöglichkeiten. Die Vario-Scheibe ist photochromatisch, also selbsttönend. Evil Eye behauptet, dass deren Technologie schneller ist als andere Hersteller. Aber die Tönung erfolgt über UV-empfindliche Moleküle auf der Scheibe und braucht daher Zeit, vor allem für das Wiederaufhellen. Andere Brillen wie die Rev React steuern diesen Prozess elektronisch mit einer Geschwindigkeit von unter einer Sekunde. Nachdem ich beide Varianten getestet habe, muss ich feststellen, dass mir die photochromatische Verdunkelung besser gefällt, denn die reagiert nicht so nervös auf sich rasch ändernde Lichtverhältnisse.
Den Tönungsbereich von 1 bis 3 (die Skala reicht von 0 bis 4) hat Evil Eye gut gewählt. Nur bei wirklich vollkommener Dunkelheit würde ich mir 0 wünschen, aber ich kann mit 1 leben, denn dadurch funktioniert die Scheibe bei Tönungsstufe 3 auch noch bei recht starkem Licht. Also auch hier ein Punkt für die Roadsense.






Die Evil Eye Roadsense gibt es in drei Größenvarianten. Ich habe sie in L vorliegen und würde beim nächsten Mal eine Nummer kleiner gehen. Aber die breite und große Scheibe sorgt eben auch für ein optimales Sichtfeld. Und die LST-Vario-Scheibe ist wirklich angenehm für die Augen.
Bei 300 EUR darf man Ansprüche haben. Und die werden bei der Evil Eye Roadsense erfüllt. Die Brille wirkt in jeder Hinsicht wertig und die Scheiben sind in ihren Funktionen sehr durchdacht.
Ob der Style zu einem passt muss jeder selbst wissen. Mit der Roadsense bekommst du auf jeden Fall Funktionalität auf hohem Niveau. Made in Austria.














