Shimano doch wieder auf der Eurobike 2026

Nachdem der Deutsche Distributor die Teilnahme an der Eurobike abgesagt hat, kommt Shimano nun doch zur Messe.

Beziehungsstatus: Kompliziert. Shimano kehrt zurück, Branchenverbände planen Konkurrenz

Die Eurobike durchlebt turbulente Zeiten. Die Zukunft des jährlichen Branchen-Highlights in Frankfurt am Main ist nach immer mehr Absagen prominenter Aussteller und dem Entzug der Unterstützung durch zwei mächtige deutsche Verbände ins Wanken zu geraten. Doch nun gibt es Neuigkeiten, die sowohl Hoffnungsschimmer als auch neue Sorgenfalten für die Veranstalter bedeuten.

Die Rolle rückwärts des Branchenriesen: Eurobike Shimano, ein Hin-und-Her

Im Januar sah es düster aus: Shimano, ein Urgestein und langjähriger Partner der Messe, kündigte überraschend seinen Rückzug an. Als Begründung nannte der japanische Komponenten-Gigant eine strategische Neuausrichtung. Man wolle sich stärker auf Events konzentrieren, die einen direkten, persönlichen und branchenrelevanten Austausch mit Endverbrauchern und Geschäftspartnern ermöglichen. Zumindest letzteres wollte die Eurobike doch unbedingt sein. Der Verlust von Schwergewichte wie auch Bosch kratzte massiv an der Relevanz der Messe.

Eurobike Shimano
Philipp Ferger, Foto Eurobike

Die überraschende Wende

Heute die Kehrtwende: Fairnamic, die Macher hinter der Eurobike, verkündeten in einer Pressemitteilung die Rückkehr von Shimano Europe. Auch andere namhafte Hersteller wie Canyon, Amflow, Mahle, Tektro und FSA bestätigten ihre Teilnahme.

Konkret wird Shimano auf der Eurobike 2026 einen großflächigen Testparcours im Außenbereich aufbauen. Hier sollen Besucher die neuesten Technologien direkt im Sattel ausprobieren können. David Greenfield, Marketingdirektor bei Shimano Europe, begründete den Sinneswandel.

 Die Eurobike ist eine wichtige Fachmesse, und wir sind entschlossen, den neu gegründeten Messe-Beirat bei der Weiterentwicklung der Veranstaltung tatkräftig zu unterstützen. Shimano wird in diesem Jahr auf der Eurobike eine wichtige und noch gezieltere Präsenz zeigen. Dies ist eine spannende Gelegenheit für die Besucher, unsere Technologien auf die bestmögliche Art und Weise zu erleben: bei einer schönen Radtour an der frischen Luft.

Marketing Director David Greenfield

Neuer Gegenwind durch weitere Fahrradmesse

Doch während die Rückkehr von Shimano ein wichtiges Signal ist, zieht am Horizont neues Ungemach auf. Mehrere deutsche Verbände planen nach einem Zerwürfnis mit den Messeveranstaltern ein eigenes Konkurrenzformat. Bereits im Oktober 2025 hatten der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und Zukunft Fahrrad ihren Rückzug von der Eurobike angekündigt. Einigungsversuche darüber, wie die Messe für die Industrie relevanter gestaltet werden könnte, waren gescheitert. Ein Plan der Verbände stieß bei Fairnamic nicht auf die gewünschte Resonanz.

ZIV und Zukunft Fahrrad gaben nun im Anschluss an ihre Jahreshauptversammlung bekannt, dass sie bis 2027 fusionieren wollen, um die Interessen der Branche mit einer starken, einheitlichen Stimme zu vertreten. Was den Eurobike-Machern jedoch echtes Kopfzerbrechen bereiten dürfte, ist die Ankündigung von ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork: Man arbeite an der Entwicklung einer eigenen, internationalen Leitmesse mit europäischer Strahlkraft. Damit droht der Eurobike direkte Konkurrenz im eigenen Land.

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