Die Montage und das erste Aufpumpen eines Tubeless-Reifens stellen viele vor eine Herausforderung: Ohne einen kräftigen Luftdruck springt der Reifen nicht sauber in die Felge. Genau dafür gibt es Tubeless-Pumpen mit Tank, wie die Topeak Joeblow Booster, eine Standpumpe mit integriertem Drucktank, oder den separaten Tank Tire Booster von Schwalbe. Die Tubeless-Montagen ist damit auch ohne Kompressor möglich.
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Tubeless-Setup: Anforderungen und Herausforderungen für Pumpen
Diese Pumpen mit Tank sind nicht nur ein Werkzeug für Profis, sondern richtet sich an alle, die Wert auf eine zuverlässige, einfach zu bedienende und langlebige Lösung für Tubeless-Setups legen. Im Test zeigt sich, wie sie sich im Vergleich zu klassischen Pumpen schlägt und warum Tankpumpen für viele zum unverzichtbaren Begleiter geworden sind.
Tubeless-Reifen funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Der Reifen dichtet direkt an der Felge ab, ein spezielles Felgenband verschließt die Speichenlöcher. Dazu gehört auch Dichtmilch. Die sorgt dafür, dass kleine Zwischenräume zwischen Felge und Reifen sofort verschlossen werden. Für die Montage ist jedoch ein kräftiger Luftstoß nötig. Nur so springt die Reifenwulst in die Felge und das System wird dicht. Herkömmliche Standpumpen stoßen hier an ihre Grenze. Ein Kompressor liefert zwar den nötigen Druck, ist aber in Privathaushalten selten vorhanden und für viele schlicht zu teuer, ganz zu schweigen vom Lärm in einer Wohnung.

Spezielle Tubeless-Pumpen wie die Topeak Joeblow Booster oder der separate Tank Schwalbe Tyre Booster kombinieren die Vorteile einer Standpumpe mit einem Drucktank. Dieser Tank wird zunächst auf 11 bar (160 psi) aufgepumpt und gibt die Luft auf Knopfdruck schlagartig frei, wie es sonst nur ein Kompressor kann. Das typische Plopp-Geräusch zeigt, dass er Reifen in die Felge gesprungen ist. Nach der Montage lässt sich der Reifen im normalen Pumpenmodus präzise auf den empfohlenen Druck bringen.
Vergleich: Tubless-Pumpen mit Tank
Die Topeak Joeblow Booster hat eine durchdachte Kombination aus Standpumpe und Kompressor-Ersatz, Schwalbe punktet als separater Tank, hier ist dazu noch eine Standpumpe notwendig.

| Produkt | Max. Druck | Tankvolumen | Gewicht ca. | UVP | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Topeak Joeblow Booster | 11 bar | 1 Liter | 2,9 kg | 179,95 € | Charge/Inflate-Umschaltung, SmartHead DX3 |
| Barbieri Air Tank | 15 bar | keine Angabe | 2,1 kg | 149,95 € | Charge/Inflate-Umschaltung |
| Lezyne Pressure Over Drive | 15 bar | keine Angabe | 2,5 kg | 174,95 € | Robust, Display Digital |
| Schwalbe Tire Booster | 11 bar | 1,15 Liter | 435 g | 59,90 € | Tanke ohne Pumpe |
| Milkit Booster | 11 bar | 0,75 Liter | 150 g | 59,95 € | Tanke ohne Pumpe, sehr leicht |
Die Tabelle zeigt: Die Joeblow Booster ist das schwerste, aber auch das robusteste System im Vergleich. Während Schwalbe und Milkit auf reine Drucktanks setzen, die mit einer separaten Standpumpe befüllt werden, vereint die Topeak-Lösung beide Funktionen in einem Gerät. Die Lezyne Pressure Over Drive bietet als einzige im Vergleich einen noch höheren Maximaldruck und ein digitales Display, hat aber eine geringere Standfläche.





Topeak Joeblow Booster: Massive Bauweise und hochwertige Verarbeitung
Die Topeak Joeblow Booster überzeugt im Test durch ihre massive Bauweise. Der Zylinder besteht aus anodisiertem Aluminium, der Standfuß ist groß und aus Stahl, das sorgt für einen stabilen Stand. Mit dem gummiert Griff liegt die Pumpe gut in der Hand. Ein Vorteil gegenüber vielen Konkurrenzmodellen ist das große, obenliegende Manometer (3 Zoll).
Das Hubvolumen pro Pumpstoß beträgt 303 cm³, was für eine Standpumpe ein sehr guter Wert ist. Damit lässt sich der Tank zügig befüllen. Im Vergleich zu reinen Drucktanks wie dem Schwalbe Tire Booster oder dem Milkit Booster punktet die Joeblow Booster mit ihrer integrierten Lösung: Es ist keine zusätzliche Standpumpe nötig, und der Wechsel zwischen Tank- und Pumpenmodus erfolgt über einen großen, griffigen Drehschalter am Manometer.

Der 153 cm langer Schlauch ermöglicht es die Ventile problemlos zu erreichen, auch wenn das Rad im Montageständer hängt. Die Ventilkompatibilität ist vorbildlich: Die SmartHead DX3 passt auf Presta- und Schrader-Ventile sowie auf Schwalbe Clik Valve und Topeak Turbo Flow Adapter. Dank des Universalaufsatz muss bei unterschiedlichen Ventiltypen nichts umgebaut werden. Das macht diese Pumpe Rennrad, Gravelbike oder Mountainbike einsetzbar.
Ein großer Vorteil der Topeak Joeblow Booster ist ihre Langlebigkeit. Für alle relevanten Komponenten, also dem Manometer über den Pumpenkopf bis hin zu Dichtungen und O-Ringen, sind Ersatzteile und Service-Kits erhältlich. Das ermöglicht eine einfache Wartung und Reparatur, sollte doch einmal etwas verschleißen.
In unabhängigen Tests wird die Verarbeitungsqualität immer wieder hervorgehoben. So loben BikeRadar, Speedville und CyclingToday die solide Konstruktion, die hochwertige Materialauswahl und die Langlebigkeit der Pumpe. Auch nach mehreren Jahren im Einsatz zeigen sich kaum Verschleißerscheinungen, und für alle relevanten Teile sind Ersatz- und Service-Kits erhältlich.

Die Pumpe ist kein Leichtgewicht. Doch genau das sorgt für einen sicheren Stand, auch wenn beim Aufpumpen kräftig gearbeitet werden muss. Die massive Bauweise zahlt sich also im Alltag aus, vor allem bei der Montage von Tubeless-Reifen, bei der Stabilität gefragt ist.
Schwalbe Tyre Booster: Robuste Ergänzung
Beim Schwalbe Tyre Booster handelt es sich um eine kleine Gasflasche mit Schlauch und Ventil. Die punktet damit, leicht verstaubar zu sein und hat auch technische Stärken.
Der Aluminiumzylinder fasst über einen Liter auf bis zu 11 Bar und liefert damit genug Punch Rennrad‑Tubelessreifen sicher ins Felgenbett zu drücken. Mit rund 435 g bleibt der Tank leicht und damit auch besten zum Mitnehmen in den Radurlaub geeignet. Fairerweise muss man dazu sagen, dass es nicht ohne klassische Standpumpe geht.
Mit einer Pumpe wird die Gasflasche befüllt und anschließend der Schlauch auf dem Ventil vom Reifen festgeschraubt. Ein kleiner Hebel am Tyre Boost lässt die Luft mit Druck in den Reifen. Mit einem Riemen lässt sich der Zylinder an einer vorhandenen Pumpe befestigen, wenn man das möchte.
Für alle, die Tubeless sauber und stressfrei montieren wollen, bietet er eine robuste und kraftvolle Lösung. Allerdings gibt es kein integriertes Manometer und insgesamt ist der Tyre Boost nur als Ergänzung für bestehende Pumpen geeignet.

Großer Tank, großes Volumen: Die Bedeutung für Tubeless-Montagen
Der integrierte Tank einer Tubless-Pumpe muss ein großes Volumen fassen. Bei der Tankpumpe von Topeak ist das 1 Liter, der bis auf 11 bar (160 psi) gedrückt werden kann, also ausreichend, um auch Tubeless-Reifen sicher auf die Felge zu setzen. Im Praxistest reicht eine Tankfüllung in der Regel für einen 28er Rennradreifen. Gleiches gilt für den Schwalbe Tyre Booster Tank.
Die Bedeutung des großen Tanks zeigt sich vor allem bei der Erstmontage von Tubeless-Reifen. Hier ist ein kräftiger, schlagartiger Luftstoß entscheidend, damit die Reifenwulst in die Felge springt und das System dicht wird.



Bedienung und Mechanik: Wechsel zwischen Tankmodus und normalem Pumpen
Ein zentrales Feature der Fahrradpumpen mit Tank ist der einfache Wechsel zwischen Charge und Inflate. Im Charge-Modus wird der Tank mit Luft befüllt, die dann auf Knopfdruck schlagartig in den Reifen ageht. Sobald der Reifen sitzt, kann per Drehschalter auf den Inflate-Modus umgestellt werden. Das ist bei der Topeak ein großer Ring am Manometer, bei den anderen ein kleiner Hebel am Ventil. Die Pumpe arbeitet dann wie eine klassische Standpumpe und ermöglicht das präzise Nachpumpen auf den gewünschten Druck.
Der große, griffige Drehring am Manometer sorgt bei der Topeak Joeblow Booster dafür, dass auch mit Handschuhen oder schmutzigen Fingern keine Fehlbedienung passiert. Zwei Luftablassknöpfe ermöglichen das Feintuning des Reifendrucks, ohne dass der Pumpenkopf abgenommen werden muss. Das ist besonders praktisch, wenn es um die letzten Zehntel Bar geht, etwa bei der Abstimmung des Setups für verschiedene Untergründe oder Fahrstile.

Im Test von Prime Mountainbiking und Enduro Mountainbike Magazine wird die Bedienung als „kinderleicht“ und „intuitiv“ beschrieben. Auch Einsteiger finden sich schnell zurecht, und der Wechsel zwischen den Modi funktioniert zuverlässig und ohne Kraftaufwand. Die SmartHead DX3 ist mit Presta- und Schrader-Ventilen kompatibel und verfügt über einen Luftablassknopf zum Feinregulieren des Drucks. Die anderen Pumpen, mit dem kleinem Hebelchen, sind auch solide zu bedienen. Dabei sollte der Radsportler allerdings das Ventil mit der anderen Hand festhalten.

Topeak Joeblow oder Schwalbe?
Die Topeak Joeblow Booster ist kein Schnäppchen, ihr Preis ist wegen der Leistung und Qualität aber vollkommen gerechtfertigt. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 179,95 Euro, im Handel ist die Pumpe jedoch regelmäßig für 110 bis 150 Euro erhältlich. Der Preisvergleich zu Drucktanks wie dem Schwalbe Tire Booster mit 59,00 Euro bzw. 39 Euro im Web hinkt, weil hier noch eine Standpumpe dazu gerechnet werden muss.
Eine eindeutige Empfehlung gibt es nicht. Mögliche der Radsportler eine robuste Pumpe, die im Radurlaub alles-in-einem bringt, dabei haben, fällt die Wahl auf die Topeak Joeblow. Wer bereits eine gute Standpumpe sein eigen nennt, kann die mit dem Schwalbe Tyre Boost in eine Tankpumpe verwandeln. Nach dem ersten Druck muss dann der Tank ab- und die Pumpe angedockt werden. Das entfällt bei Pumpen mit integriertem Tank.
Fakt ist, Amateur und Hobbyradsportler brauchen so oder so keinen lauten Kompressor, um Tubelessreifen zu montieren.


Praxisnutzung: Reifenmontage, Abdichten und Nachpumpen
Der kräftige Luftstoß aus dem Tank sorgt dafür, dass die Reifenwulst zuverlässig in die Felge springt und das System dicht wird. Auch bei schwierigen Kombinationen, etwa schmalen Rennradreifen oder engen Felgen gelingt die Montage meist auf Anhieb.
Nach dem Setzen des Reifens kann der Druck präzise nachgeregelt werden. Die beiden Luftablassknöpfe bei der Topeak ermöglichen ein feines Abstimmen des Reifendrucks, ohne dass der Pumpenkopf abgenommen werden muss. Das ist besonders praktisch, wenn es um die letzten Zehntel Bar geht, etwa bei der Abstimmung des Setups für verschiedene Untergründe oder Fahrstile. Bei Pumpen mit einem separatem Tank muss umgesteckt werden.
Auch das Nachpumpen im Alltag funktioniert problemlos: Im „Inflate“-Modus arbeiten alle drei Standpumpen sehr ut bringt den Reifen mit wenigen Hüben präzise auf den gewünschten Druck. Das große Manometer bei der Topeak Joeblow Booster sorgt dafür, dass der Druck jederzeit im Blick bleibt.

Warum ein Kompressor zuhause überflüssig ist
Die wenigsten Hobbyfahrer verfügen über einen eigenen Kompressor. Gründe dafür sind nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch Platzbedarf und Wartungsaufwand. Zudem ist der Einsatz eines Kompressors in Mietwohnungen oder Kellerräumen wegen des Lärmpegels schlicht nicht möglich. Viele greifen daher auf Standpumpen zurück, mit wechselndem Erfolg. Gerade bei der Erstmontage von Tubeless-Reifen kann das zu Frust führen, wenn der Reifen nicht dicht wird oder die Dichtmilch beim Pumpen aus dem Zwischenraum zwischen Reifen und Felge läuft.
Hier kommen die Tankpumpen zum Einsatz, die die Funktion eines Kompressors übernehmen und dabei bleibt sie mobil und leise wie eine klassische Standpumpe. Das macht sie besonders für all jene interessant, die regelmäßig Reifen wechseln oder einfach unabhängig von Werkstatt und Tankstelle sein wollen.
Wie einfach Tubelessreifen montiert werden, kannst du hier lesen oder das Video von Topeak hier ansehen.



















